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2 (1859) Biographien zur Kulturgeschichte der Schweiz. 2. Cyclus / von Rudolf Wolf
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Martin Planta.

welche auf den damals in Schinznacht anwesenden Herzog Ludwig Eugen von Würtemberg so großen Eindruck machte, daß er ihnöffentlich umarmte und ihn versicherte, er würde ihm seinen einzigenSohn, wenn er einen solchen hätte, zur Erziehung übergeben,trugen hiezu nicht wenig bei, der vielen Apostel nicht zu vergessen,welche nach und nach aus der Schule zu Haldenstein in das Lebenhinaustraten, der Friedrich Cäsar De Laharpe , Christoph Gir­ tanner Lucas Legrand "), Gaudenz Von Salis "), rc.

Obschon aber Planta ganz seinen Schülern lebte, auch außer-halb der Unterrichtsstunden viel um sie war, sie zum Anlegennaturhistorischer Sammlungen anleitete, mit ihnen spielte, sprangund Ausflüge machte, w., fand er doch noch Zeit, sich wissen-schaftlich und gemeinnützig zu bethätigen. Bei dem damaligenStande der Physik, die er von jeher liebte und im Seminar zu

11) Friedrich Cäsar De Laharpc von Rolle <1751 bis 2. Mai 1838), der be-rühmte Erzieher der russischen Großfürsten Alexander und Konstantin, der von denEinen als Befreier des Waadtlandcs hochgepricsene, von den Andern als Landes-verräther verketzerte Mann. Für seine Verdienste um die Naturwissenschaften vergl.die «biotiea nseratogiqus Ins ü In Socists cnntonsls üss seisness nutursllsspar von. ^Isx. 6tisvsmrs8.»

12) Christoph Girtanner aus St. Gallen hoffe ich später ausführlich behandelnzu können. Vorläufig bemerke ich nur, daß Stocher in dem Note 1 erwähntenBeitrag aus ihm und dem sofort zu erwähnenden Joachim Girtanner fälschlicheine Person machte.

13) Lucas Legrand von Basel (30. Mai 1783 bis 1. October 1836), nachmalsunter der Helvetik Mitglied des Direktoriums, aber fast noch bekannter durch seineEtablissements im Steinthale, seine tiefe Religiosität, und seine christlichen Liebes-wcrke. Vergl. über ihn das Neujahrsblatt der Zürcher . Hülfsgesellschaft auf 1888.

11) Gaudenz von Salis aus Seewis (1762 bis 29. Januar 1831), der späterals Freund und Geistesverwandter von Matthiffon bekannt gewordene Dichter,während der Revolutionsjahre Gcneralinspector der Schweizermilizcn.

15) So ernst Planta in den Unterrichtsstunden war, so sehr wußte er in denFreistunden und aus Ausflügen die Schüler durch sein kindliches Wesen, seinefrohe Laune, seinen Witz, seine seltene Erzählungsgabe an sich zu fesseln, undsich ihr volles Zutrauen zu erwerben. Dabei war er um die ihm Anvertrautenväterlich besorgt, wie z. B. folgende, zugleich die außerordentliche Lebhaftigkeit deskleinen Mannes vorführende Anekdote zeigt, die uns Amstein aufbewahrt hat:Einst, auf einem Spaziergange, von einem heftigen Gewitter ereilt, sah Plant»die ihm nachfolgenden Schüler sich unter den Schutz eines hohen Baumes sammeln,als er hastig unter sie sprang, und sie nach allen Seiten auseinander schleuderte,weit weg von der gefährlichen Stelle. Erst hierauf gewann er Fassung, um ihnenden Grund eines so unsanften Verfahrens zu erklären."