Buch 
2 (1859) Biographien zur Kulturgeschichte der Schweiz. 2. Cyclus / von Rudolf Wolf
Entstehung
Seite
246
JPEG-Download
 

246

Joh. Rudolf Meyer.

Meyer Mitglied des Senates, und unterzeichnete an dem für sieverhängnißvollen 7. August 1800 als letzter Präsident desselbendie fruchtlose Verwerfungsacte der Zumuthungen des Vollziehungs-rathes.Ihr werdet genügsam müssen, mein lieber guter Freund",schrieb er am 11. October 1800 an Müller nach Engelberg ,wiees mit der Regierung in Bern den 7. Ängsten ergangen ist. Ichfür mich bin herzlich froh, daß ich wieder habe zu meinen Ge-schäften zurückkehren können. Doch hätte ich gewünscht, daß dieso nötige Verminderung der Räthe aus eine nicht so constitutivns-widrtge gewaltsame Weise geschehen were, sonder so wie ichsolches zu Anfang Brachmonat vorgeschlagen habe."

Sobald Meyer seine BerufSgeschäste wieder in Fluß gebrachthatte, tauchten auch wieder allerlei gemeinnützige Plane bei ihmaus. Zuerst wollte er eine Feuerverstcherungsanftalt für die ganzeSchweiz , oder, wie er es nannte, eine Verbrüderung derSchweizer zur Linderung der Brandschäden ins Lebenrufen, und den Aarlauf von Schönenwerd bis Biberstein corri-giren, ja als es ihm nicht gelang, sofort den öffentlichen Beistanddafür zu gewinnen, hatten seine Angehörigen und Freunde diegrößte Mühe, ihn zurückzuhalten, diese Wohlthaten dem Vater-lande auf eigene Kosten zu geben. Dann wandte er sich demSchulwesen zu z dennfür die Jugend sorgen, heisse nichts anderes,als die Wurzel eines Volks nähren, damit der Stamm aufschießeund Früchte trage " Reichlich steuerte er zur Vervollkommnungder Töchterschule seiner Vaterstadt, und bestimmte durch Aufmun-terung und Zusicherung eines bedeutenden Geldbeitrags eine An-zahl seiner angesehensten Mitbürger am sechsten Januar 1802 zurStiftung einer Kantonsschule zusammenzutreten. Es war für ihnein schöner und für den Aargau segensreicher Tag, und die jungeAnstalt gedieh unter seiner Leitung, und beseelt von dem ihr durchden Stifter eingehauchten Geiste vortrefflich. Um sie auch wenigerVermöglichen zugänglich zu machen, errichtete Meyer, der schonan die Schule selbst einen Jahresbeitrag von 80 Louisd'or abgabund seinen Sohn Joh. Rudolfs) unentgeltlich den Unterricht in

27) Bergt. Note 2.