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2 (1859) Biographien zur Kulturgeschichte der Schweiz. 2. Cyclus / von Rudolf Wolf
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359
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Jvh. Kaspar Hörner.

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in der Mathematik alles selbst lernen, alle Schwierigkeiten selbstauslösen und überwinden muß. Auch hat mich diese Wissenschaft,welche die Freude und vielleicht auch den Unterhalt meines Lebensausmachen wird, ein paar Lehrbücher, die ick) kaufte, abgerechnet,nicht einen Heller gekostet. Auch würde ich jedem Menschen, derKops und Beharrlichkeit hat, rathen, sich so lange als möglichohne fremde Instruktion zu behelfen. Was übrigens hier imPraktischen, in Kenntniß der Instrumente, in Genauigkeit undFertigkeit im Observiren u. dgl. zu lernen war, das habe ichlängst so gut ergriffen, daß Zach sich nicht scheut, zu meinenBeobachtungen seinen Namen herzugeben." Eine Abhandlung,welche Hörner aus Zach's Aufforderung über die Zeitbestimmungaus zwei gleichen Sternhöhen schrieb, schickte Zach nebst dem vonHörner aufgesetzten lateinischen Promotionsgesuche, seiner gehöri-gen Bevorwortung desselben, und den von ihm und der Herzoginzusammengelegten Promotionsgebühren an die Universität Jena,und überraschte seinen jungen Freund 1799 an seinem Geburtstagemit dem in den schmeichelhaftesten Ausdrücken abgefaßten Doktor-diplome. „Euer Sohn ist Doktor geworden", schrieb er am 12.März 1799 an seine Mutter. „Es ist ein Titel, der in Deutsch-land gar nicht zu verachten ist, und ich bin meinem Freunde Zach,der auf eine seltene Weise Kops, Genie und höfische Gewandtheithat, und doch dabei ein durchaus braver, wohldenkender Mannist, für diesen unverdienten Dienst sehr dankbar." Auch für Hor-ner's äußeres Fortkommen zeigte sich Zach bestens besorgt, undmunterte ihn im Sommer 1799 aus, die von der Hamburger-Commerz-Deputation angeordnete, genaue Vermessung der Mün-dungen der Weser, Elbe und Eider zu übernehmen, welche ein sehrgutes Geschäft zu werden versprach. Hörner sagte zu, obschon esihm nahe ging, den geliebten Seeberg zu verlassen, — reiste imAugust nach Hamburg , und begann, sobald er seine Instruktionerhalten hatte, mit drei Gehülfen und großem Eifer die Aufnahmeder für die Schifffahrt so gefährlichen Sandbänke an der Mündungder Elbe . Die Expedition, welche ihn unter Anderm auch nachHelgoland hinüberführte, war zwar trotz sehr ungünstiger Witterungund dem Mangel der zugesagten Vorarbeiten nicht ohne Erfolg, —