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2 (1859) Biographien zur Kulturgeschichte der Schweiz. 2. Cyclus / von Rudolf Wolf
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Friedrich Trechsel.

führung dieses Vorhabens." Ein Stipendium zum Besuche fremderHochschulen wurde ihm zuerst aus Gunstrückfichten vorenthalten,und als es ihm dann nachher auf kräftige Verwendung seinesfrühern Lehrers, des helvetischen Ministers Stapfers?), doch zu-kommen sollte, hielt er die Annahme unter solchen Umständen mitseiner Ehre unverträglich. Im Jahre 1800 gründete Trechselmit seinem Freunde Zeender^) eineWissenschaftliche Lehranstalt"in Vern, die sich bald großer Theilnahme unter den höhern Stän-den zu erfreuen hatte.Mehrere Von ihm gehaltene Festreden s)",erzählt sein Sohn,geben Zeugniß von dem sittlichen Ernst, demklaren Bewußtsein und lebendigen Geiste, womit er das Werk derErziehung auffaßte und betrieb, und die ihm anvertraute Jugendzu wecken und zu begeistern wußte, wie er denn auch von seinendamaligen Zöglingen zeitlebens innig Verehrt, und mit Zeichendankbarer Anhänglichkeit überhäuft wurde." Bald nachdemTrechsel sich glücklich verheirathet hattet), erhielt er auch einesichere öffentliche Anstellung. So bald nämlich unter der Media-tionsverfassung die Kantone wieder Ruhe und Selbstständigkeit er-halten hatten, wurde von der Berner-Regierung unter dem NamenAkademie eine höhere Lehranstalt gegründet, und an dieser Trechseldie Professur der Mathematik übertragen, zu der 1812 auch nochdie Professur der Physik kam. Beiden Stellen stand Trechsel mitTreue und nicht ohne Erfolg vor, wußte sich auch das Zu-trauen seiner Vorgesetzten und Kollegen zu erwerben und zu erhal-ten, so daß er wiederholt zum Prorectorate berufen, und dadurch

7) Philipp Albert Stapfcr (Bern 1766 Paris 1840), früher Pros. derPhilosophie und Theologie in Bern , dann helvetischer Minister der Künste undWissenschaften, nachher Gesandter und zuletzt privatistrcnder Litcrat in Paris .

8> Emanucl Jakob Zcender (l77L-I8V7), ein sehr gelehrter, namentlich mitder Philosophie, der klassischen und orientalischen Literatur sehr vertrauter Mann.Vor der Umwälzung war er Pros. der Archäologie und Geschichte am politischenInstitut, später Professor der Theologie an der Akademie.

9) Ueber wissenschaftliche Erziehung in Bezug auf die wissenschaftliche Lehr-anstalt. 1801. Ueber Verstandesbildung durch Geometrie. 1802. Ueber dieAbhängigkeit der Geisteskultur von der sittlichen Bildung. 1803. Alle drei er-schienen zu Bern in 8.

10) Von sechs Kindern, welche dieser Ehe entsproßten, blieb beim Tode Trech-sels seiner Wittwe nur noch der Note 1 erwähnte Sohn zur Seite.