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2 (1859) Biographien zur Kulturgeschichte der Schweiz. 2. Cyclus / von Rudolf Wolf
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435
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Johannes Eschmann von Zmich.

1808 -1852,

Am 7 Mai 1808 zu Wädenschweil geboren, Verlor JohannesEschmann an seinem zweiten Lebenslage den Vater, und kurzdaraus starb aus Schrecken und Gram auch die Mutter, so daßan demselben Tage Vater, Mutter und Kind zur Kirche getragenwurden, jene zur ewigen Ruhestätte, dieses zur Taute '). Inseinem dritten Jahre nahm sein Pathe Nieter in Winterthur denVerwaisten Knaben zu sich, Pflegte ihn sorgsam und liebreich, undließ ihn, beinahe nur zu frühe für seine zarte Gesundheit, diedortigen Schulen durchlaufen, in denen er während den letztenVier Jahren den bekannten Rector Troll zum Hauptlehrer hatte.Eschmann war", schrieb mir dieser am 7. Januar 1858,körper-lich und geistig ein Originalmensch, die beste, reinste, unge-fälschteste Seele. Er war nicht im Stande, Jemand absichtlichzu kränken, und doch Verstieß er sich fast täglich gegen seine Schul-genossen, und lebte unter ihnen, wie die Eule unter den Vögeln.Die Ursache davon war sein linkisches Wesen und die UnmasseVon Sonderbarkeiten und Eigenheiten, welche ihm anhingen, unddurch welche er unwillkürlich seine Altersgenossen beim bloßenVorbeigehen reizte, so daß sie über ihn herfielen und es immerStreit zu schlichten gab. Ebenso fühlte sich auch ein Theil der

t) Ich benutze für Eschmann theils die Nachrichten, welche mir seine Wittwegütigst zukommen ließ, theils eigene Erinnerungen, theils frühere schriftliche undmündliche Mittheilungen von Rector Troll. Oberst Pcstalozzi, Ingenieur Denzler rc.S) V-rgl. l. 344.