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3 (1860) Biographien zur Kulturgeschichte der Schweiz. 3. Cyclus / von Rudolf Wolf
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Theophrastus Paracelsus .

das Gutte dem Leib." Auch will Paracelsus die Heilung einerKrankheit in erster Linie der Naturthätigkeit überlassen, der Arztsoll nur, wo es nöthig wird, dieser letztem nachhelfen:AußUrsachen, so ein Kranckheit im Leib ist, so müssen alle gesundenglieder Wider sie fechten: Nicht eins allein, sondern alle. Dannein kranckheit ist ihr aller Todt. Das merkt die Natur, darumbso fallt sie wider die krankhett mit all ihrer Macht, so vermag.Aber der Artzt der äusserlich ist, gehet erst an, wann der angeborenerligt, verzählet, ermüdt ist, so besticht er sein ampt dem eußern." Da, wie schon oben angeführt wurde, nach Paracelsus dasGeheimniß des Lebens und des Erkrankens nur durch die Erfor-schung des äußern Menschen zu ergründen ist, so muß derArzt nach denjenigen Erscheinungen in der äußern Natur forschen,welche den besondern Krankheitssormen entsprechen.So der Arztden äußern Menschen wohl weiß, alsdann soll er sich geben in dieFacultät der Artzney und den eussern in den inneren wenden, undden inneren in dem eussern erkennen: sich hüten in alle Wege, das erkeineswegs in dem innern Menschen lerne, denn da ist nichts alsVersürung und der Todt; denn bis sie ohne solch stusserlichenMenschen des Menschen Anliegen erkennen, wie viel Felder undAcker müssen an dieser'Prob zum Kirchhof werden !" Bei Ver-gleichung der Krankheiten mit Naturereignissen ließ dann aller-dings Paracelsus seiner Phantasie ziemlich freien Lauf: So wirdVon ihm die Wassersucht als eine mikrokosmische Neberschwem-mung, die Atrophie als mikrokosmische Austrocknung geschildert,die verschiedenen Arten der Kolik den vier Hauptrichtungen desWindes, der Schlagsluß dem Blitze gleichgestellt.Die Wassersucht soll, der Ueberschwemmung gleich, durch Mittel geheilt werden,welche den Ueberfluß nach'aussen entleeren und das Zurückbleibendeaustrocknen. Die Winde entstehen durch Kälte und Nässe; sowerden auch die Koliken durch erwärmende und trocknende Mittelgedämpft." Doch sagt er: «Oontrsris s conti'uniis eui-antur,das ist, heiß Vertreibt Kaltes: das ist falsch, in der Artzney niewar gewesen, sondern also: ^.reuirum und Kranckheit das sind6ovtrarin. Lrounum ist die gesundtheit, und die kranckheit istder gesundtheit widerwertig, diese zwei vertreiben einander."