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Geschichte der Vermessungen in der Schweiz / als historische Einleitung zu den Arbeiten der schweiz. geodätischen Commission bearb. von Rudolf Wolf
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10
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Streich. Glarean entschuldigte sich bei Tsclnidi damit, dass Münster ohne s. Vonvissen gehan-delt habe 5 ), und als Letzterer von Tschudis Unwillen Kenntniss erhielt, ging er selbst nach Glarus um ihn zu bittendas so er getan nit in argem ulf'zenemmen, dan es im besten geschehen, habevermeint Tschudis Namen und Ruhm damit zu erliöchen. Tsclmdi liess sich durch diese Erklärungbeschwichtigen, und äusserte sich später gegen Simulier nach Erzählung der vorstehenden Geschichte 6 ):Der gut Herr Miinsterus liats im Besten geton, aber unzytig, dann ich etwas ze endern und zebessern gesinnt war. Trotzdem einer zweiten, wenigstens sehr nahe unveränderten, und Hin-durch den Herausgeber, Konrad Wolfhart von Ruil'ach gen. Lycosthenes 7 ), mit einem sofort zubesprechendenZeiger vermehrten Ausgabe der Rlnetia, welche 1560 wieder zu Basel und eben-falls wieder in beiden Sprachen aufgelegt wurde, dieGeographische tabel neuerdings beigegebenwar, würde deren Existenz, da sie bei allen Exemplaren der Schrift zu fehlen scheint 8 ), total be-zweifelt werden, wenn sie sich nicht zum Glücke auf der Bibliothek von Basel wenigstens in EinemAbdrucke erhalten hätte 9 ), trotzdem Münster die erwähnte Zuschrift an Tsclmdi mit den Wortenbegann:Mitto ad te, hum. vir., opus tuum, tabulam scilicet Alpinarum regionum, cum adjunctolibello, die doch wohl keinen Zweifel übrig lassen. Die Karte selbst, deren Original kaum mehrvorhanden sein dürfte 10 ), ist nach dem Basler-Exemplare bereits einlässlich besprochen worden 11 ), sodass nur noch Einiges in Beziehung auf die Herausgabe beizufügen bleibt: Vor Allem ist zu erwähnen,dass man auf dem mittlern Blatt der obern Reihe die ZuschriftSebastianus Munsterus Cosmogra-phiae Studiosis S. D. Descriptionein Rhsetiae, Helvetise, Sedunorum ac majoris partis Alpium, ab Ae-gidio Tsclmdo Claronensi V. C. apud Helvetios factam et crebris ejusdem discursibus per multos annossumma vigilantia paratam, nostro vero marte adornatam ex officina Michaelis Isingrien, tibi candidelector exhibemus, rogantes ut hujus celeberrimi viri exemplo, studiosi quique patriis suis illustrandisconsimilem operam impendant liest, welche wohl auch den Ungläubigsten überzeugen dürfte, dassdie Karte schon der ersten Ausgabe der Rlnetia beigegeben war, und nicht etwa erst durch Ly-costhenes verötfentlicht wurde. Die durch diesen Letztem ausgegebenen Exemplare der Karte habendann allerdings einerseits das Eigenthümliche, dass ein breiter Rand mit den Wappen der 13 altenund der 14 zugewandten oder zugehörigen Orte aufgeklebt ist, und anderseits, dass sie eine ArtGradtheilung besitzen, auf welche sich der bereits erwähnteZeiger bezieht, und zu deren Be-nutzung Lycosthenes auf einem in die Karte eingeklebten BlattVom brauch der abtheilung undregel durch welcher liilff du alle Örter one arbeit finden magst Anleitung gibt: Es ist nämlich

weitere Holztäfelchen fiir den ltand hinzukamen, gedruckt. - Das Text-Exemplar der Zürcher-Stadtbibliothek soll TsclnidisHandexemplar gewesen sein , und enthält wirklich eine Anzahl Handhemerkungen, welche nach Vogel von s. Hand her-rühren; auf dem Titelblatt findet man den Autograph «Heinrici sum Wonlicliij. Tig, 1617..' Da es kaum gedenkbar ist, dassin wenig Wochen Abschrift, Uebersetzuug, Druck und dann namentlich der Stich der Karte vollendet werden konnte, so ge-winnt die in Note 1 gegebene Erzählung Hallers bedeutend an Wahrscheinlichkeit. 5) Vergl. Note 1. C) In dem Note3 erwähnten Briefe. 7) Lycosthenes (15181561) war Professor der Logik und Diacon in Basel . 8) Die Karte war vielzu gross um den Exemplaren des Textes beigebunden werden zu können, entbehrte so des Schutzes, wurde zerrissen undverloren. 9) Auch die in Basel aufbewahrte Karte findet sich nicht bei der Ausgabe des Textes von 1560, zu der sie ge-hört, sondern in einem Karten-Sammelbande, welcher muthmasslich früher in der Amerbachschcn Bibliothek stand. 10)Man könnte an die Karte denken, welche Haller unter dem Titel «Helvetia Aegidio Tschudio autore» als im Besitze desCabiuet du Boi zu Paris anfiihrt, würde er nicht beifügen: «Sie ist klein und eines so grossen Mannes unwürdig.» 11)Vergl. 5. 12) Ich erhielt aus ihr m 3,55, und sodann fiir die vier Polygone /' = _+ 21.2, 22.0, 36.3 und 27.5, imMittel f = ± 27.4 (-f 68, 46).