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Geschichte der Vermessungen in der Schweiz / als historische Einleitung zu den Arbeiten der schweiz. geodätischen Commission bearb. von Rudolf Wolf
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wertete :Bey dem lebhaften Interesse, das wir immer an diesen Arbeiten genommen haben,machen wir uns zur angenehmen Pflicht Ihnen anmit unsere volle Bereitwilligkeit auszudrücken,zu dem beabsichtigten Zwecke mitzuwirken, und in gleichem Maasse wie andere Ständedazu beizutragen, dass derselbe bestmöglich erreicht werde, das von der aarg. Militärcommissionbefürwortete bestimmte Anerbietenwährend 8 Jahren Fr. 600 jährlich als Zuschuss zu den Kostender Aufnahme beizutragen, hatte dagegen vor den Herren und Oberen nicht Gnade gefunden.Die bald darauf ausgebrochenen politischen Bewegungen bewirkten, dass weitere Unterhandlungenerst 1832 wieder aufgenommen wurden, dann aber 1836 doch so weit gediehen waren dass, nach-dem sich frühere Unterhandlungen mit Buchwalder und Sulzberger zerschlagen hatten, die Ueber-nahme der topogr. Aufnahme des Kantons Aargau öffentlich ausgeschrieben wurde. Im folgendenJahre konnte aus einer ganz ansehnlichen Candidatenliste 0 ) eine Auswahl getroffen werden, welcheauf den damals schon einige Zeit in Aarau wohnhaften und beliebten Hauptmann Michaelis fiel,zumal dieser sich anheischig machtejunge Bürger des Landes bei dieser Gelegenheit so vielmöglich für sein Fach heranzubilden 6 ), und auch eine Reihe von Höhenpunkten auszumitteln 7 ), und noch ein Jahr später wurde mit der Eidgenossenschaft ein förmlicher Vertrag abgeschlossen,durch welche sich Letztere verpflichtete Fr. 7000 an die Aufnahmskosten beizutragen. ZuSchöneberg in Westpreussen , wo s. Vater als Prediger lebte, im Jahre 1794 geboren, hatte Ernst Heinrich Michaelis 1813 gerade in Danzig s. Abiturientenexamen bestanden, als der AufrufAnmein Volk erlassen wurde, dem auch er folgte. Nach beendigtem Kriege nahm er den Abschied,beschäftigte sich sodann vorzugsweise mit topographischen Arbeiten, setzte unter Anderm dieAmmann-Bohnenbergersche Karte von Schwaben fort, und hatte schon 1829 den Plan eine neuetopographische Karte der Schweiz zu bearbeiten 8 ). Wann er dann wirklich nach der Schweiz kam, und wann er sich in Aarau ansiedelte, habe ich nicht erfahren können; dagegen ist sicher,dass er die ihm anvertraute Aufgabe, den Aargau aufzunehmen, von 18371843 mit Umsichtund Eifer ausführte, gestützt auf die Aufnahme, welche 18 Messtischblätter füllte, eine guteZeichnung entwarf, in welcher das Terrain durch Schraffen dargestellt wurde, und schliesslichden Stich in Paris persönlich überwachte. Die wohl gelungene, in Folge der schönen Schrift trotzdem vielen Detail sehr leserliche, in 4 Blättern ausgegebene Karte führt den TitelTopographischeKarte des eidg. Kantons Aargau , im Aufträge der Staatsbehörden nach dem Maassstabe von V 2 soooin den Jahren 1837 1843 aufgenommen und 1844/5 in den Maassstab von V 50000 übertragen

Die Tieferlegung des Lungern-Sees. Zürich 1836 in 8». Sulzberger liess sich für alle s. Mühe nichts bezahlen und nur die eigentlichen Baarauslagen im Betrage von circa 400 Pr. ersetzen. 5) Ea hatten sich Hauptmann Walker von Solothurn,Ingenieur Frey von Zürich , Hauptmann Michaelis in Aarau , Commiesaire Osterwald von Neuenburg, Ingenieur Andreas Merianvon Basel , und ein in Bern angestellter Pole Bacrynski vor, und sodann noch der polnische Geniehauptmann Stryenski(v. 151) und ein würtemb. Geometer Aloys Lang nach Ablauf des Termins gemeldet,jedoch Frey, Osterwald, Merian undBacrynski später ihre Anmeldungen zurückgezogen. 6) Dass er sein erstes Versprechen hielt, beweist uns z. B. der vonihm zum Geholfen nachgezogene Georg Steinmann von Bremgarten (geh. 1823), der dann 1847 als Zeichner in das Bureauvon Dufour eintrat, und noch jetzt auf dem Bureau von Siegfried thätig ist. 7) Dass Michaelis auch sein zweites Ver-sprechen hielt, zeigt die Publication «Trigonometrisch bestimmte Höhen des Kantons Aargau ; nach den Vermessungen desIngenieur-Hauptmanns E. H. Michaelis, herausgegeben von der .Militärcommission des Kautons Aargau. Aarau 1845 in 4»,welche 615 Höhen gibt, die Michaelis aus Zenithdistanzen ableitete, und zwar zunächst über dem Nullpunkt des Ehein-pegels in Basel ; für letztem fand er im Mittel aus 11 Differenzen zwischen eidgenössischen Höhen über Meer und corre-spondirenden aargauischen Höhen über Basel 248 m. Meereshöhe, 8) Vergl. den 1829 von Berghaus ausgegebenen erstenBand des «Wegweiser der Landkartenkunde.» 9) Ich erhielt m = 1,60 und f = z t 2,2 (+4,5).