27. Die Klosterschulcn und Universitäten.
75
einläßlich die Rede sein wirfst, — und Wohl wäre von Ulug- 'begh, der nicht nur durch seine Munificenz, sondern großentheilsauch durch eigene Thätigkeit diese schönen Resultate erzielte, nochAnderes zu notiren, wäre er nicht 1449 im zweiten Jahre seinerRegierung durch seinen ältesten Sohn Abdallatif, dem er dieThronfolge entziehen wollte, ermordet worden.
27. Die Klosterschulen und Universitäten. Was HarunAl-Raschid für das heidnische Morgenland, war, wie schon be-merkt, sein Zeitgenosse Karl der Große für das christlicheAbendland, in welchem bisher die Wissenschaften nur in einzelnenKlöstern Eingang gefunden hatten, deren Inwohner sich jedochgrößtenthcils darauf beschränkten, mit ächtem Hamstcrslciß jedeihnen zugängliche Handschrift abzuschreiben, wodurch dann aller-dings da und dort sich reiche Schätze sammelten, welche einerspätern Zeit sehr zu statten kamen. Der Wissenstricb Karls warso groß, daß er sich noch im Alter von 32 Jahren durch Petervon Pisa in die lateinische Sprache einführen ließ, um sich soauf den Unterricht vorzubereiten, welchen er von dem gelehrtenEngländer Alenin, der früher einer Schule von Dort vor-gestanden hatte und nun als Gesandter an seinen Hof gekommenwar, zu erhalten wünschte, und der sich namentlich auf Rhetorik,Arithmetik und Astronomie beziehen sollte — Fächer, in denenAlcnin selbst wenigstens ein mittelbarer Schüler von BcdaV6nsral)i1i8 warst, und die er sodann selbst durch Wort undSchrift eifrigst weitern Kreisen bekannt zu machen suchtest. Späterumgab sich Karl mit einer größern Anzahl von Gelehrten, welcheer aus verschiedenen Ländern herbeigerufen hatte; er bildete ausihnen eine Art Akademie, welche Alcnin dirigirte, während er