134 2. Capitel . Die ersten Messungen und Berechnungen.
tungen im Meridian vorzunehmen, — und speciell den Mauer-quadranten und sogar den Manerkreis besaßen, d. h. Instrumente,welche man sonst frühestens von Tycho Brahe in die Astronomieeingeführt glaubte. Auch der Azimuthalquadrant, aus dem unserTheodolit hervorgegangen ist^) und den man ebenfalls frühestensaus der Zeit von Tycho dntirte, scheint in Meragah und über-haupt bei den spätern Arabern, und sogar in einer noch reichernAusstattung als nachmals im Abendlande, heimisch gewesen zusein; denn die „drehenden Quadranten" von Meragah und dasdamit Wohl identische von Sedillot beschriebene „Instrurnsut äs8gnnrt8 äs esrsls inolülss" bestanden, wenn auch die Beschreibungim Detail zu wünschen übrig läßt, doch immerhin aus cineinhorizontalen Kreise, über welchem zwei Quadranten mit Alhidadenspielten, um von zwei Gestirnen an einem gegebenen Momentegleichzeitig die Höhen und Azimuthe zu nehmen und dadurch ihreDistanz zu bestimmen. Man darf also wohl als Schlußresultathinstellen, daß der Jnstrumentalvorrath der Araber höher standals im Westen zur Zeit von Regiomontan und Copernicus, unddie praktische Astronomie erst zur Zeit von Wilhelm IV. und TychoBrahe zu der früher erreichten Höhe aufstieg, um sie dann freilichbald nachher um ein Bedeutendes zu übertreffen.;
40. Die Sand- und Wasseruhren. Die Instrumente zurZeitmessung blieben lange in etwas primitivem Zustande, indemsie sich auf sog. Wasser- und Sanduhren beschränkten: Die Wasser-uhren der Alten waren von wesentlich verschiedener Art. Sobestanden diejenigen, welche die Assyrer zur -Zeit von Sardanapeloder etwa 600 v. Chr. benutzten, aus einem sichrere KannenWasser haltenden ehernen Cylinder, dessen Wandung unten einkleines Loch zum Abträufcln des Wassers hatte; ' er wurde zurZeit des Sonnenaufgangs gefüllt und dann durch Ausrufer öffent-lich verkündigt, sobald er leer geworden und wieder neu gefülltworden war, was 5- bis 6mal des Tages vorkam. Die alten
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