81. Die erste Aufnahme.
243
nieus, sondern berechnete auch auf letzteres gestützt neue astro-nomische Tafeln, welche bis znm Erscheinen der Rudvlphinischendie besten waren. Nach einem Briefe, den Melanchthon 1544an den edeln Herzog Albrecht von Preußen schrieb, um ihm Rein-hold zu pecuuiärer Unterstützung zu empfehlen, war Letztererdamals schon ernstlich mit diesen Tafeln beschäftigt und opfertenun von da weg denselben noch fünf volle Jahre anstrengendsterArbeit, ja, man darf sagen, seine Gesundheit und, trotz regel-mäßiger Gaben des Herzogs, auch beinahe seine und seinerFamilie Existenz, — hatte dann aber allerdings die Satisfactionetwas Tüchtiges geschaffen zu haben. „Von allen meinen Arbeitenist diejenige die vorzüglichste, welche den Titels ovao ladnlasÄ8tronomiou6 führt," schrieb er 1549 an den beim HerzogWohl angesehenen Theologen Staphylus in Königsberg ff. Nachihnen können alle Himmelsbewegungen rückwärts fast auf 3000 Jahre
berechnet werden,.und diese Berechnung stimmt mit allen
dazwischen liegenden Beobachtungen. . . . Eine solche Berechnungbieten weder die ptolemäifchen noch die alphonsinischen, noch dieandern aus diesen hergenommenen Tafeln dar. Daher zweifleich auch nicht, daß diese meine Tafeln . . . allen Gelehrten . . .sehr willkommen sein werden, sobald sie ans Licht treten. Daßdieß sobald als möglich geschehe, werde ich mir alle Mühe geben;allein ich muß mir einen Patron und Mäeen suchen, der durchfeine Freigebigkeit und Munificenz die Kosten und den Schaden,die ich nicht gering anschlagen darf, einigermaßen decken und auchfür meine Kinder gütigst Sorge tragen wird. Denn ich habe andiesem Werke . . . über fünf Jahre gearbeitet und nicht nur meine Ge-sundheit und sehr viele Vortheile geopfert, welche ich mir theilsaus Beurtheilungen von Nativitäten bei Königen, Fürsten undandern vornehmen Leuten, theils auch auf andern ehrbaren Wegenverschaffen konnte, sondern ich habe auch von dem Meinigen noch500 Fl. zugesetzt, außer der jährlichen Besoldung, die mir an
Vorgl. Apelt, ps,g'. 176.
16 *