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Geschichte der Astronomie / von Rudolf Wolf
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Rothmanu und Bürgi.

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Wurde. — Ganz vorzüglich zeichneten sich auch die von Bürgiverfertigten Planetarien aus, und als er im Auftrage des Land-grafen ein besonders sorgfältig ausgeführtes Exemplar zur Ver-schenkung an Kaiser Rudolf II. vollendet hatte, erhielt er denAuftrag, dasselbe im Frühjahr 1592, entsprechend dem von Rudolf-ausdrücklich ausgesprochenen Wunsche, persönlich nach Prag zubringen. Eine Aufforderung des Kaisers, in seine Dienste über-zutreten, lehnte er nach dem Wilhelm bestimmt gegebenen Ver-sprechen ab, und kehrte wieder nach Kassel zurück, — entweder,wenn er selbst Träger des kaiserl. Dankschreibens war, 11 Tagevor, oder, wenn er sich an seinen bis Michaeli dauerndenUrlaub hielt, einen vollen Monat nach dem am 25. Aug. 1592ganz unerwartet erfolgten Tode seines hochverehrten Herrn^).Er blieb nun noch, mit Ausnahme einer zweiten Reise nach Prag in den Jahren 1596/97, mehr als ein Decennium nach dem Wunschedes neuen Landgrafen Moritz in seiner frühern Stellung, und esmögen in diese Zeit die Erfindung des früher sehr beliebten Triangularinstrumentes ^), des jetzt noch zuweilen gebräuchlichen Dreifuß-zirkels, und vor Allem die des äußerst werthvollen Doppelzirkels

8) Wilhelm hatte rwch am 30. Juli 1592 ohne Todesahnung au Tychogeschrieben.

h Bergt. „Benjamin Brameri Bericht zu M. Jobsten Bürgi seligengeometrischen Triangular-Jnstrument. Kassel 1018 in 4. (Auch 1084 als dritterTheil des ^.ppollouius Lattus)." — Benjamin Brenner, der ein Sohn desDavid Bramer zu Fclsberg in Kurhesseu war, mit dessen Tochter sich Bürgiverheirathet hatte, wurde, als der Vater 1591 starb, von dem kinderlos ge-bliebenen Bürgi als dreijährig an Kindesstatt angenommen, begleitete ihn auchnach Prag , und war noch 1009 bei ihm, — wahrscheinlich bis zum Tode seincrSchwester oder gar dem Einzüge der Katharina Braun, verwittweteu Tehriug,mit welcher Bürgi im Sommer 1011 eine zweite, aber ebenfalls kinderloseEhe einging. Später wurde Bramer Stadtbaumeister zu Marburg und Zie-genhayn, blieb aber im Verkehr mit seinem Schwager, erbte seinen wissen-schaftlichen Nachlas;, und gab so unter Anderm die obige Schrift heraus, wosiircr die Knpsertaseln benutzte, welche Bürgi etwa 50 Jahre zuvor zu diesemZwecke hatte stechen lassen. Ueberhaupt sind die ziemlich zahlreichen Druckschrifteu des etwa 1649 verstorbenen Bramer zunächst als Niederlagen Bürgi'scherIdeen von Interesse.

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