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Geschichte der Astronomie / von Rudolf Wolf
Entstehung
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291
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03. Die ^stronmnig. Iiava.

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mich seine Schrift mit großem Interesse aufgenommen, und brachteihn namentlich mit mehreren seiner berühmtesten Fachgcnvssen in Ver-bindung, — so z. B., wie bereits erzählt worden ist'), mitGalilei , und, was von noch viel wichtigern, sofort einläßlichZu besprechenden Folgen begleitet war, mit Thcho Brahc, demer den Prodromus im December 1597 nach Wandesburg gesandt,und der ihm sofort freundlichst, und mit Einladung zum Besuche,geantwortet hatte.

93. Die ^stronomia iwvn. Bald nach Erscheinen desProdromus verhcirathete sich Keßler mit einer jungen, hübschenund wohlhabenden Wittwe, Barbara Müller, deren Familie'dasetwa "HZ Stunden von Graz entfernte, bei Gössendvrf liegendeSchlößchen Mühleck gehörte, wo nun auch Kepler seine freie Zeitoft zubrachte. Er war damals in allen Beziehungen sehr glück-lich, aber leider nicht lange: Die Mehrzahl der Bevölkerung inJnnerösterreich war protestantisch, — das Herrscherhaus katho-lisch und den Jesuiten günstig, welche zu Graz ein Collegium be-saßen. Doch blieb Friede, bis der in Jngolstadt erzogene Erz-herzog Ferdinands 1598 von einer Wallfahrt nach Loretto, woer der heil. Jungfrau die Ausrottung der Protestanten in seinenLanden gelobt hatte, zurückkam. Zuerst wurden die Prädicantendes Landes verwiesen, und auch die an der Stiftsschnlc Angestell-ten mußten vor der Hand flüchten: Am 28. September 1598zogen sie aus Graz, um vorläufig in Ungarn Zuflucht zu suchen,— unter ihnen auch Kepler, der jedoch schon nach einem MonatBefehl erhielt zurückzukehren, da er „Ungeacht der general ans-schaffung noch länger allhic verbleiben möge". Die Jesuiten ,welche aus Interesse für Kepler's Arbeiten diesen Rückruf ver-anlaßt hatten, hofften sogar, ihn dem Katholicismus zu gewinnen,da sie seine Milde und Duldsamkeit mit Schwäche und Mangelan Ueberzeugungstrcnc verwechselten. Im Sommer 1599 warjedoch auch sein Verbleiben in Graz auf die Dauer unhaltbar

Bergt. 83.

') Der nnchmatige Kaiser Ferdinand II.

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