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Geschichte der Astronomie / von Rudolf Wolf
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383
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123. Die Beobachtungen von Tycho und Hevcl.

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Wurde, während sie früher höchstens dazu gedient hatte, die Epocheeiner Beobachtung angenähert festzulegen: Es war also auchdoppelt nothwendig eine möglichst gute Uhr zu erstellen, und eswar somit nicht eine von Bürgi sich willkürlich gestellte, sondernEine aus der Nothwendigkeit für ihn förmlich erwachsene Aufgabedas neue Hülfsinstrument entsprechend zu vervollkommnen. Daßer diese Aufgabe mit Erfolg löste, geht aus den Beobachtungenselbst hervor^), — wie er sie muthmaßlich löste, ist bereits be-sprochen worden.

123. Die Beobachtungen von Tycho und Hevel. AuchTycho Brahe bestimmte auf seiner für damalige Zeiten groß-artigen Uranienburg für « tlriotis und 20 andere ausgewählteFundamentalsterne mit Hülfe von Longo montan aus sieben-jährigen Beobachtungen möglichst genaue Positionen, — dabeidie Uhr ganz ausschließend, und immer nur Höhen, Azimuthe undDistanzen messend. An diese Fundamcntalpunkte schloß er dannaber nicht nur andere Sterne, sondern namentlich auch den Mondund die Planeten an, und schuf so das große Material, dessenaus Bearbeitung durch Kepler hervorgegangen schöne Früchtewir bereits großentheils kennen gelernt haben, so daß hier, unterHinweisung auf das bei der Ptolemäischen Theorie des MondesBeigebrachte, nur noch beigefügt werden mag, daß aus Tycho'sBestimmungen namentlich auch eine genauere Kenntniß der Lageder Mondbahn und der Bewegung ihrer Knoten resultirtc. SeineDistanzen und Rectaseensionsdifferenzen stimmen mit denen vonKassel ganz gut zusammen, während er in den absoluten Recta-

Es würde hier zu weit führen, ein vollständiges Beispiel von denHessischen Beobachtungen und ihrer Berechnung zu geben, — ich werde es beider in vorstehender Note in Aussicht gestellten Gelegenheit nachholen, und be-schränke mich darauf zu bemerken, daß durch die verschiedensten, die Uhr baldmehr, bald weniger in Anspruch nehmenden der oben angedeuteten Methodendie Rectascension des als Fundamentalstem gewählten Aldcbaran in Beziehungauf das Friihlingscquinoctium 1586 innerhalb eines kleinen Bruchtheiles derMinute übereinstimmend zu 63° 10' erhalten wurde, was ohne ziemlich zuver-lässige Uhren kaum gedenkbar wäre.