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Geschichte der Astronomie / von Rudolf Wolf
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425
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158. Die Sternbilder lind Sternkarten. 425

gleichem Systeme wie Bayer lateinische Buchstaben beisetzte, undsodann im beschreibenden Texte dieselben Buchstaben braucht:aber da wahrscheinlich beide Schriften ganz unabhängig von ein-ander sind, und die Bayerischen Karten, welche überhaupt denndoch ganz andere Ansprüche als die von Piceolomini machenkönnen, sowie ihre Bezeichnung für die Folgezeit maaßgebend ge-worden sind, so bleibt Bayer dennoch das Verdienst, in dieser Be-ziehung als Reformator gewirkt zu haben. — Ein Freund undFachgenosse von Bayer, der 1627 zu Augsburg verstorbeneRechtSgclehrtc und Scholarcha Julius Schiller , ärgerte sichan den heidnischen Sternbildern, und verband sich mit Bayerzur Anlage eines christlichen Sternhimmels, in welchem aus den12 Zeichen des Thierkreises die 12 Apostel, aus Perseus derApostel Paulus, aus dem großen Bär das Schiff Petri, ausHerkules die heiligen drei Könige, aus Cassiopca die MariaMagdalena , aus dem Fuhrmann der heilige Hieronymus, ausdem Schlangcnträger der Papst Bcncdict, aus dem Pegasus derErzengel Gabriel , aus Orion der heilige Joseph, aus dem großenHund der König David, aus dem Schiff Argo die Arche Noäh,aus dem Centaur der Erzvater Abraham, aus dem Paradies-vogel die Eva, rc. gemacht wurden, ohne sich dabei irgendwiegenau an den Umfang der alten Bilder zu halten. Trotz derschönen, durch Matthias Kager und Lucas Kilian besorgtenkünstlerischen Ausführung dieses 1624 mit k. Privilegium ver-sehenen, aber dann erst 1627 zu Augsburg unter dem Titel,. Ooelam 8to11atuin eürmtiannirU erschienenen Atlasses B, fand

verdunkeln. — Bemerkenswerth ist folgendes Hülfsmittel für Astrognasie, dnssich in der ital. A. von 1579, dagegen nicht in der lat. von 1568 findet: Esist eine 69 Blätter füllende Tafel in welcher für jedes der 47 Sternbilder vonjedem der drei Sterne a, b, c für jeden Monat und für jede Rachtstnnde an-gegeben wird, in welcher Zenithdistnnz und in welcher Morgen- oder Abendweite der-selbe zn suchen ist. Kennt man so von einem Sternbildc drei Sterne; so kann man dasbetreffende Kärtchen orientiren und nun die übrigen Sterne in demselben auffinden.

'h Dem „sx Iibri8 Lliss Soüillsri 1629" herrührenden Exemplaredieses Werkes, das die Zürcher Sternwarte besitzt, ist ein Exemplar eines von Jak.Bartsch herrührenden gedruckten Eondolenzschreibens beigebnnden, in welchem