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Geschichte der Astronomie / von Rudolf Wolf
Entstehung
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546
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üt«i 9. Capitel. Die allgenleiue Gravitation.

thätig gewesen waren; aber trotzdem der Letztgenannte die Ein-richtungen so gut als möglich verbessert und sogar zum Theil neueInstrumente aufgestellt hatte, mit denen sein Adjunct und spätererNachfolger Vincent Wisniewsky ganz gute Bestimmungen zuerhalten wußte, sv erschien doch dem Kaiser für das gewaltigeReich eine mit den großartigsten Hülfsmitteln ausgerüstete Central-Stermvarte wünschbar. Struve erhielt nun für deren Aus-rüstung so zu sagen unbeschränkten Credit, und schuf dann wirk-lich eine Musteranstalt, welcher er noch viele Jahre wirksamvorstand, und schließlich noch, kurz vor seinem am 23 November1864 nach längerer schwerer Krankheit erfolgten Tode, die Freudehatte, die ihm zu mühsam gewordene Direetion in die Handseines Sohnes und langjährigen Gehülfen, des ihm zu Dorpat 1819 geborenen Otto Struve legen zu können, welcher nundieselbe seither erfolgreich besorgt hat.

188. Sonuenflccken und Erdmagnetismus. Nachdem langeJahre in der bisher geschilderten Weise die Astronomen sich fastausschließlich mit Vervollkommnung und Erweiterung der theo-retischen, der praktischen und der beschreibenden Astronomiebeschäftigt hatten, eröffnete sich ihnen fast plötzlich noch ein ganzneues, oder wenigstens bis dahin nur höchst ausnahmsweiseund fast mehr gelegentlich durch Physiker, als durch eigentlicheAstronomen, in Anwendung von Phvtometer, Polariskop, rc.betretenes Forschungsgebiet, das am besten als „cosmischePhysik" bezeichnet wird, — und zwar gab hiczn mit Fug undRecht unsere Königin, die Sonne, den ersten Anstoß: Baldnachdem nämlich Heinrich Schwabe in Dessau , der sich dasgroße Verdienst erwarb, von 1826 hinweg den Fleckenstand derSonne consequcnt zu beobachten, eine hinlänglich lange Beob-achtungsreihe besaß, um aus derselben die bis dahin bezweifeltePcriodicität in der Häufigkeit der Sonnenflecken zum mindestensebr wahrscheinlich zu machen'), — boten auch die aus Anregung

) Bergt. 23 t.