198. Dic Fadcnnctzc und Mikrometer. 57!
ten kannten, ist, wie bereits mitgetheilt worden, unzweifelhaft fi.Das erste Fadenkreuz bestand aus einem Vertikal- und einemHorizontalfaden; später wurde zuweilen der Horizontalfaden durchzwei nahe Parallelfaden ersetzt, in deren Mitte der eigentlicheHorizontalfaden gedacht war, da man bemerkte, daß man genauerin dic Mitte zwischen zwei nahe Faden als hinter einen Fadeneinstellen könne, — ferner wurden zu manchen Zwecken deniVertikalfadcn äquidistante Seitenfaden beigcgeben, auch wohl zuandern Zwecken schiefe Faden eingezogen; noch später tratenmit feinen Mikromcterschrauben bewegliche Parallelfaden zu denbeiden Hanptfadcn hinzu, um jeden Punkt des Gesichtsfeldesin Beziehung auf Letztere als Coordinatenaxen festlegen zukönnen, — auch wurde der Versuch gemacht, die Faden durchGlasmikromcter zu ersetzen '). — Um für nächtliche Beobachtungendie Fadennetzc sichtbar zu machen, wurde meistens dic Faden-ebene mittelst eines durchbrochenen Vorsteckspiegels, auf den mandurch eine seitlich aufgestellte Lampe Licht warf, erleuchtet, sodaß dic Faden dunkel auf Hellem Grunde erschienen, — oderauch durch einen in der Mitte des Rohres befindlichen Spiegel,auf den durch die hohle Axe Licht fiel; in einzelnen Füllenwurde ferner zu Gunsten lichtschwacher Objecte das Fadennetzvon vorn erleuchtet, oder auch dasselbe nach amerikanischemVorschlage durch dünne Platinfaden ersetzt, welche bei Durch-lecken eines Stromes zum Glühen gebracht werden konnten, sodaß in beiden Fällen helle Faden auf dnnkelm Grunde sichtbarwurden, — und in der neuesten Zeit sollen bei einem vonCook in Jork construirten großen Eqnatorealc mit ErfolgGeißler'sche Röhren, sowohl zur Beleuchtung des Gesichtsfeldesals der Theilungen zur Anwendung gekommen sein. — Zuspeciellen Zwecken wurden durch die Huhgens, Malvasiaoder eigentlich Montanari, Anzout, Kirch, Maskelyne,Ramsden, Herschel, Smeaton, Cavallo, rc. mikro-
tz Vcrgl. 114.
h Für dic Bcschaffcnhcit der Fadcn vcrgl. 114.