Buch 
Geschichte der Astronomie / von Rudolf Wolf
Entstehung
Seite
591
JPEG-Download
 

208. Die Positwnsmtkrouwter. 591

darauf aufmerksam, daß man den leeren Kreis, d. h. die durchdas letzte Diaphragma gebildete kreisrunde Begrenzung desGesichtsfeldes als Mikrometer brauchen könne: Man habe dafüraus den Ein- und Austrittszeiten zweier Sterne von bekannterDeclination ein für alle Mal den Radius des Kreises zu be-rechnen, um sodann aus den Ein- und Austrittszeiten je eineszu bestimmenden Sternes und eines bekannten Vergleichsternesden Declinations- und Rectascensions-Unterschied dieser beidenSterne bestimmen, also die Declination und Rectascension desersten derselben ermitteln zu können. — Augenblicklich wurde je-doch, wie es scheint, von dieser ganz hübschen Idee wenig Ge-brauch gemacht, und erst nachdem man später in die Ebene desDiaphragma einen Messingring aufgehängt hatte, um zwei Kreisezu besitzen und die Sterne schon etwas vor der Beobachtung zusehen, und nachdem Olbers damit werthvolle Positionsbe-stimmungen von Cometen gemacht, kam der Kreismikrometer zuGnaden, und wurde sodann in der neuern Zeit durch Fra nu-tz vfer mittelst Einsetzen eines Stahlringes in ein Planglas mitmerkwürdiger Vollkommenheit ausgeführt, während Bessel sich1811/12 das Verdienst erwarb, in Zach's Monatlicher Corre-spondenz seine Theorie zu entwickeln, und später durch seine Ver-messung der Pleyaden - Sterne die Mittel zur genauen Bestim-mung der Radien zu beschaffen.

208. Die Positionsmikrometer. Von den vielen mikro-metrischen Vorrichtungen, welche im Laufe der Zeiten theils über-haupt, theils speciell zur Anbringung an parallaktisch montirtenFernröhren empfohlen, und wenigstens zum Theil auch hier schonkurz besprochen wurden st, ist der von Fraunhofer eingeführte„Positionsmikrometer" am wichtigsten und neben dem unter fol-gender Nummer zu behandelnden Heliometer zu den meisten derneuern feinen Messungen benutzt worden. Er besteht aus zweizu einander senkrechten festen Faden, sowie einem, zu dem einen

h Bergt. 114 und 198.