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Geschichte der Astronomie / von Rudolf Wolf
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613
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219. Die Gradmessnng von Picard.

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sprechenden und von Aberration und Notation befreiten, soge-nannten mittlern Coordinaten für diese Zeit abzuleiten, wofürin den größcrn Sterncatalogen und Ephemeriden die nöthigenHülfsgrößcn gegeben, auch von Bessel , Wolfers, Struvc, ic.bequeme Hülfstafeln berechnet worden sind').

219. Die Gradmessung von Picard. Der Erste, welcherSncllius' Biethodc für die Ermittlung der Gradlänge') mitvollem Erfolge zur Anwendung brachte, war der vortrefflichefranzösische Astronom Jean Picard st, der seine Messung un-mittelbar nach deren Vollendung in der 1671 zu Paris er-schienenen Schrift „Nsisnro cls 1a. terro" einläßlich beschrieb:Er wählte den einen Endpunkt seiner Messung nördlich vonParis zu Soiirdon bei Amiens , den andern etwas südlich vonParis zu Malvoisinc, und verband diese beiden Punkte durch35 Dreiecke theils miteinander, theils mit der zwischen Bille-juive und Juvisy gewählten Basis. Letztere, welche auf einergeraden und beinahe ebenen gepflasterten Straße lag, maß ermit zwei hölzernen Stäben von zwei Toiscn Länge, die er nacheiner ausgespannten Schnur legte, und fand für sie im Mittelaus zwei Messungen 5663 Toiscn. Die Winkel bestimmtePieard mit einem eisernen Quadranten von 38 Zoll Radius,dessen kupferner Limbus durch Transversalen in Minuten getheiltwar. Die Berechnung ergab für die Distanz der Parallele vonSourdon und Malvoisine 78850 st — die mit einem zchn-füßigen, ein Fernrohr mit Fadenkreuz tragenden Quadrantenan beiden Endpunkten gemessenen Zenithdistanzen eines nahe amScheitel eulminirenden Sternes aber 1° 22' 55" als Differenzder Breiten, und hieraus folgte endlich die Länge eines Gradesgleich 57060 Träfen.

220. Der Streit über die Gestalt der Erde. SchonPicard soll die Vermuthung ausgesprochen haben, die Erdesei keine vollkommene Kugel, und Huhgcns fand aus theoretischen