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Geschichte der Astronomie / von Rudolf Wolf
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615
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220. Der Streit über die Gestalt der Erde.

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schienen ebenfalls gegen Ncwton's Ansicht zu sprechen: Zunächstzeigte 1691 der Straßburger Arzt Joh. Caspar Eisenschmidtin seiner „Otatrills 6s ÜKnra tsllnrib sllixtioo 8pliasroiäs",daß die bisherigen Gradmessungen nicht nur keine Zunahme,sondern gcgenthcils eine Abnahme der Grade gegen den Polhin zeigen. Nach seiner Zusammenstellung hatten nämlich ge-funden für 1°

Eratosthenes 100 Röm.

Weil.

unter 27° Polhöhe

Riccioli

80 „

„ 44 Hz „

Picard

74

. 49

Fernel

7N/2 „

„ 497-

Sncllius

71b- „

„ 52

diese Gradlängen ließen sich nach seiner Rechnung durch ein

verlängertes Rotations-Ellipsoid, dessen Axe 10890 und dessenEquatorealdurchmesscr 8288 Römische Meilen habe, ganz ordent-lich darstellen. Nun ließ sich zwar allerdings Eisenschmidt leichtzurückweisen, da die von ihm benutzten Messungen mit einzigerAusnahme derjenigen Picards zu wenig Garantie boten, ja zumTheil anerkannt fehlerhaft waren; als aber 1683 bis 1718 dieCassini mit Hülfe der Maral di und de La HireZ nach demschon von Picard geäußerten Wunsche dessen Messung südlichvon Malvoisine bis Collioure und nördlich von Amiens bisDünkirchen fortsetzten, ergab sich ebenfalls im Widersprüche mitder Abplattungstheorie für einen Grad südlich von Paris 57097 7für einen Grad nördlich von Amiens dagegen nur 56960Z unddie Herren Franzosen vermerkten es, als diese von JacquesCassini 1720 in seinem „Matts äs la Kranclsur st äs 1a ÜKursäs la tsrrs" pubticirten Resultate von Newton und seinen

b) Philippe de La Hire wurde 1610 dem Maler Laureat de La Hire zuParis geboren, — war erst ebenfalls Maler und Architekt, — avancirte aberspäter zum Professor der Mathematik und Mitglied der Akademie in Paris ,wo er 1718 starb. Als Geomctcr ist er durch seine „lüsoris äs8 eonignos.IMris 1672 in Fol. (Lat . 1685)" berühmt geworden, — als Geodäte kannman ihn als Picnrd's Zögling und Nachfolger bezeichnen.