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Geschichte der Astronomie / von Rudolf Wolf
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1k. Capitel. Der Bau des Himmels

Erscheinung von sehr auffallender Pcriodieität über zweihundertJahre lang bekannt sein und häufig beobachtet werden konnte,ohne daß diese Periodicität entdeckt wurde, ja sich im Gegentheiledie Meinung festsetzte, man habe es da mit einer ganz gesetzlosenErscheinung zu thun, lind es sei eigentlich Verlorne Zeit sich mitderselben zu befassen. Der Einzige, der von dem richtigen Sach-verhältnisse eine Ahnung hatte, war Christian Horrebow , in-dem er 1776 in sein Diarium die Bemerkung eintrug: „Obwohlsich aus den Beobachtungen ergibt, daß die Veränderungen undWechsel der Sonuenslecken häufig sind, so kann doch keine be-stimmte Regel dafür gefunden werden, nach welcher Ordnung undnach wieviel Jahren dieser Wechsel sich vollzieht. Dieses kommthauptsächlich daher, daß die Astronomen sich bisher wenig be-mühten häufige Sonnenfleckenbeobachtungen zu machen, ohneZweifel weil sie glaubten es gehe daraus nichts hervor, das fürdie Astronomie oder Physik großes Interesse hätte. Es istindeß zu hoffen, daß man durch eifriges Beobachten auch hiereine Periode auffinden werde, wie in den Bewegungen derübrigen Himmelskörper; dann erst wird es an der Zeit sein zuuntersuchen, in welcher Weise die Körper, die von der Sonnegetrieben und beleuchtet sind, durch die Sonuenslecken beeinflußtwerden." Aber dieser prophetische Ausspruch, welchen Horrebowin seinem letzten Lebensjahre schüchtern in sein Diarium eintrug,blieb natürlich ganz unbeachtet, — war nahe daran bei demBrande von 1807 das Schicksal so vieler andern Arbeiten jenesfleißigen und einsichtigen Mannes zu theilen, und wurde erst1859 durch Th. N. Thiele, als er in Folge eines kurz vor-her von mir erlassenen Aufrufes die alten Tagebücher derKopenhagener Sternwarte in Beziehung auf Notizen überSonnenflekken untersuchte, aufgefunden"). — Ganz anders ge-staltete sich die Sache in relativ kurzer Zeit, als 1826 HeinrichSchwabe in Dessau eine konsequente Beobachtungsreihe der

Vcrgl. A. N. 1185 und 1193.