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Geschichte der Astronomie / von Rudolf Wolf
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11. Capitel . Der Bau des Himmels.

interessanten Vortrüge von Paul Reis, welche 1869 zu Leipzig unter dem Titel: „Die Sonne" erschienen sind, und ebenfallseinen Versuch einer neuen Sonnentheorie bringen, der zwaretwas viele und zum Theil gewagte Voraussetzungen macht, aberwegen des Bestrebens allen bekannten Thatsachen zu genügen,Anerkennung verdient.

237. Der Mond. Dominique Cassini ließ von 1673hinweg durch einen geschickten Zeichner Namens Patigny, unterAnwendung seines 34füßigen Fernrohrs, das noch jetzt auf derPariser Sternwarte als Reliquie aufbewahrt werden soll, vonTag zu Tag den Mond in allen seinen Phasen abzeichnen st,und benutzte dann diese Zeichnungen in Verbindung mit eigenenMessungen, um eine große Vvllmondkarte zu erstellen, welche er1692 abziehen ließ, aber nur in so wenigen Exemplaren, daß siekeine Verbreitung finden konnte, und eigentlich nur durch diekleine Redaction bekannt wurde, welche sein gleichnamiger Ur-enkel 1787 zu Paris Publicirte. Auch La Hire , der selbst einguter Zeichner warst, soll sich in einer großen Mondkarte undeinem Mondglobns versucht haben; aber auch seine Arbeitenblieben so zu sagen unbenutzt liegen, und so machte die Mond-topographie strenge genommen erst wirkliche Fortschritte, als sichTobias Mayer mit derselben zu besassen begann. Schon dievon diesem unvergleichlichen Manne 1750 zu Nürnberg zumDrucke besorgten „Kosmographischen Nachrichten und Samm-lungen auf das Jahr 1748" enthalten, neben einigen andernseiner Arbeiten, seine bemerkenswerthe „Abhandlung über die Um-wälzung des Mondes um seine Axe und die scheinbare Bewegungder Mondflecke". Ungefähr gleichzeitig erschien aber auch derjenen angedeuteten Fortschritt der Mondtopvgraphie implicirende„Bericht von den Mondskugeln, welche bei der kosmographischenGesellschaft in Nürnberg aus neuen Beobachtungen verfertigt

h Bergt. Mg. 340 der 149 erwähnten „Nsmoirss".2) Bergl. 220.