Band 
Dritter Halbband.
Seite
57
JPEG-Download
 

352

— Spiegelsextant und Spiegelkreis. —

57

Prisma B ersetzt, dessen Reilexionsebene der Null-Linie FG parallel sein soll.Da nun für diese Kombination offenbar

q, = 180° — 2/? — 2j- = 2 (90° — ß — y) = 2«so tritt der Spiegelkreis wirklich für den Sextanten ein und besitzt auch einewesentlich gleiche Theorie. — Noch ist beizufügen, dass wohl Amici der erstewar, welcher die Spiegel durch Prismen zu ersetzen vorschlug; er beschriebsein etwa von 1820 datierendes „Nouvel instrument de reflexion“ in einem1822 VII 3 aus Modena an Zach geschriebenen Briefe (vgl. Corr. astr. VI 554);und Horner, der bald darauf Zach in Genua besuchte, sagte 1834 II 16 ineinem Briefe an Gautier, dass er damals mit einem solchen „Sextant ä prismes“mehrere Polhöhen gemessen habe, und dass Amici nur durch die Schwierigkeit,reine Prismen zu erhalten, abgehalten worden sei, diese Sache weiter zu ver-folgen, wie es nun Steinheil, ohne denselben zu nennen, in seiner Note „NeuerBeflexionskreis mit Prismen statt Glasspiegel (A. N. 243 von 1833)“ gethan habe.

353. Die Messung scheinbarer Distanzen. — Messungenmit einem Spiegelsextanten geben natürlich nur dann richtige Re-sultate, wenn bei ihm die Spiegel und das Fernrohr diejenige Lagehaben, welche bei Entwicklung des Principes vorausgesetzt wurde,d. h. wenn die optische Axe des Fernrohrs dem Limbus parallelist, die beiden Spiegel senkrecht zu demselben stehen und derparallele Stand dieser letztem dem Nullpunkte der Teilung ent-spricht. Es muss also jeder Sextant vor Beginn einer Beobaclitungs-serie nach diesen verschiedenen Richtungen geprüft und bestmöglichkorrigiert, sowie nachträglich jedes Messungsergebnis für die übrig-gebliebenen kleinen Instrumentalfehler verbessert werden a .

Xu 353 : a. Um zu untersuchen, ob der Nullpunkt der Teilung wirklichdem parallelen Stande der Spiegel A und B entspreche, oder aber diesem

Stande eine andere Ablesung, der offenbar vonjedem gemessenen Winkel in Abzug zu bringendesog. Kollimaiionsfehler c, zukomme, wollen wiruns B so gedreht denken, dass derselbe Gegen-1 stand M sowohl direkt als durch doppelte Spie-

0 gelang gesehen wird; die dieser Stellung zu-kommende Ablesung sei c', während <y den Winkelder von M ausgehenden Strahlen, y aber den-jenigen der beiden Spiegel bezeichne. Man hatalsdann

Tg <p =

<p = Jyd • Si 2 y

2d = 2 [90 + y ■oder

(90 + d)] = 2y

_ i r d w o <laD + d-Co2y 7 ' ' Si 1" I I) bl 7 21+

und, da jedem Teilstriche das Doppelte seines Wertes beigeschrieben ist,

Si 4j

1

3

y 8 (c — c‘) = y =’ ’/s y oder c = c' + y 3

Ans 2 geht hervor, dass für ferne Gegenstände, wie z. B. für die Sonne,9 verschwindet, und in solchem Falle giebt somit c 1 unmittelbar die Kolli-niation c; jedoch ist es bei Anwendung der Sonne besser, nicht die Deckungder Sonne mit ihrem Spiegelbilde zu beobachten, sondern letzteres successive