Band 
Dritter Halbband.
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— Die absoluten Messungen. —

370

Zu 370: u. Wie schon Günther wieder in Erinnerung brachte, zeigtez. B. I’et. Apian in seiner Kosinographie unter andern), wie inan aus einer ge-messenen Sonnenhöhe (h) und der wahren Zeit der Beobachtung (dem Stunden-winkel s) bei bekannter Deklination (d) die Polhöhe (</>) mittelst seinen Dreh-scheiben linden könne, was sich auch trigonometrisch leicht ausführen lässt,da aus Si h = Si </> • Si d -|- Co i p • Co d • Co s sofort

Si (7 -|- n) = Si h : m wo Si d = in ■ Co n , Co d • Co s = in • Si n Ifolgt, und es sollen sich noch jetzt die Schiffer häufig dieser Methode be-dienen, obschon sie theoretisch, wie Nonius in seinen „Opera cuncta. Basile*151)2 in ful. (p. 95)“ hervorhob, wegen dem zweideutigen Sinus angreifbar ist.— Die von Antoine Parent (Paris 1066 — ebenda 1710; Akad. Paris ) vor-geschlageue „Nouvelle methode de prendre les hauteurs en mer avec unemontre ordiuaire (Mem. Par. 1703)“ bestimmte die Polhöhe durch Beobachtungder Anfgangszeiten (t' und t") zweier Sterne (a', d'; a'\ d"). Da nämlich(179) für den Aufgang

also

Tg d'Tg d"folglich

Co s' = — Tg d' • Tg < P Co s" = — Tg d" • Tg ,p 3

Po g'

= ~n / •“v- a‘*t wo As = s" — s' = 15 Ft" — V — (a" — a')] £Co (s' 4* As) L

Tgs' = - S !-, (X ,“ :<I " ) - A - wo Tgx = Tg d 1 • Co As 4

B Six • Co d" • Tg As b h

so kann mau in der That mit Hilfe des durch jene Beobachtung gegebenenWertes von As successive nach 4 und 2 zuerst s' und daun auch <p berechnen;jedoch dürfte allerdings diese Methode mehr als netter Kunstgriff zu bezeich-nen sein, als praktischen Wert besitzen. — Der Litteratur sind beizufügen:„W. G. Friedrich v. Beitier (Reutlingen 1745 — Mi tau 1811; Prof, inath. Mitau ),Neue Methode die Polhöhe zu bestimmen (Ilindenbnrgs Archiv 1794; als eineder ersten ausgiebigen Anwendungen der Fehlergleichungen bemerkenswert),— C. Th. Anger, Uber die sicherste Bestimmung der geographischen Breiteaus Beobachtungen mit einem Spiegelsextanten oder ähnlichen Instrumente.Halle 1835 in 4., — Karl Israel-Holtzwart (Fritzlar in Kurhessen 1839 geh.;Gymnasiallehrer Frankfurt a./M.), Über die theoretisch möglichen Fälle derPolhöhenbestimmung (Grunerts Archiv Bd. 65), — Wilhelm Tinter (.lauernig inöstr. Schlesien 1839 geh.; Prof. geod. Wien), Bestimmung der Polhöhe in Wien .Wien 1880 in 4., — Walter Wislicenus (Halberstadt 1859 geh.; Obs. und Doc.für Astr. Strassburg ), Über einige einfache Methoden der Zeit- und Breiten-bestimmung (A. N. 2958 von 1890), — etc.“ — b. Für diese Bestimmungenist auf die Sätze 377—385 zu verweisen.

371 • Die Lotablenkung. — Dass an jedem Punkte derErde die Lotrichtung eine etwas andere sein werde, als sie unterVoraussetzung eines homogenen Rotationsellipsoides sein müsste,und dass namentlich benachbarte grosse Gebirgsmassen eine merk-liche Ablenkung veranlassen dürften, konnte nach Entdeckung derallgemeinen Gravitation niemand verborgen bleiben, der sich mitbetreffenden Fragen beschäftigte. Dagegen gehört es zu den vielenVerdiensten von Bouguer, dass er während seines Aufenthaltes inPeru (421) eine erste wirkliche Bestimmung einer solchen Lot-