130
Die relativen Messungen.
394
von 1799 und Brief Horner an Grautier von 1821 V 28 in Notiz 352) durcheinen in der Bildebene anfgehängten schmalen Bing von Messing, so dass mandie zu beobachtenden Gestirne schon vor ihrem Antritte sehen und überdiesdie Beobachtungen verdoppeln konnte. — c. In Beziehung auf die unter denfolgenden Nummern speciell zu behandelnde Theorie des Kreismikrometers magvorläufig erwähnt werden, dass sie schon durch Boscovich wesentlich über diegrundlegenden 1 und 2 hinausgeführt, sodann durch die Kästner (vgl. dessenAstr. Abh.), Fixlmilfner (vgl. die Acta astron. Cremif.), etc., weiter entwickelt,namentlich aber durch Olbers und Bessel (vgl. deren Briefwechsel) vielfachbesprochen, und von letztem in seiner Abhandlung „Über das Kreismikrometer(Mon. Corr. 24 von 1811)“ zu einem vorläufigen Abschlüsse gebracht'wurde. —d. Eine sehr bedeutende Verbesserung erhielten die Kreis- oder Ringmikrometerin konstruktiver Hinsicht, als Fraunhofer (vgl. Corr. astr. V von 1821) dieMessingringe durch in- Plangläser eingesetzte Stahlringe, wohl auch (vgl.A. N. 43 von 1823) durch auf Glastafeln eingeäzte konzentrische Kreise er-setzte, wobei jedoch nicht vergessen werden darf, dass letzteres Verfahrenschon 1807 durch Horner (vgl. dessen Brief an Gautier von 1822 III 22 inNotiz 352) zur Anwendung gebracht worden war.
395. Die Bestimmung des Radius, der Rektascensions-Uild Deklinations-Unterschiede. — Um mit einem Kreismikro-meter operieren zu können, muss man (vgl. 394) vor allem aus denWinkel kennen, unter welchem sein Radius von der Mitte desObjektives aus erscheint, d. h. seinen sog. scheinbaren Radius, derzur Not bei bekannter Focaldistanz aus dem wirklichen Radius ab-geleitet“, besser mit einem Winkelinstrument direkt gemessen 6 ,wohl am besten aber aus den Ein- und Austrittszeiten zweier be-kannter Sterne berechnet wird c . — Ist einmal diese Fundamental-bestimmung durchgeführt, so hält es nicht schwer, die bei derletzterwähnten Methode benutzten geometrischen Beziehungen so zuarrangieren, dass nach ihnen unter vorläufiger Abschätzung derDeklinationsdifferenz zwischen dem bekannten und dem unbekanntenSterne diese letztere mit beliebiger Annäherung berechnet werdenkann d , — und die Rektascensionsdifferenz ergiebt sich (394) offen-bar, indem man für jeden der beiden Sterne das Mittel aus denbeobachteten Zeiten nimmt und diese Mittel vergleicht c .
Xu .{9.i: os. Bezeichnet R den wirklichen Radius des Kreismikrometersund P die Focaldistanz, so kann man den scheinbaren Radius r nach
Tg r = R : P f
berechnen; da aber hieraus
dr
■dP
(P 2 + R 2 ) • Si 1" (P 2 + R 2 ) • Si 1"
folgt, woraus sich z. B. für R = 12 mm , P = 1200""", dR = 0,1""" und dP = 1,0"""
snccessive --,
dr = 171",8 • dR — 1",7 ■ dP = yi7,2 2 + 1,7* = ± 17“,3
ergiebt, so ersieht man, dass diese Bestimmungsweise ganz ungenügend ist— zugleich aber auch, wie notwendig es ist, das Mikrometer immer genau in