Band 
Dritter Halbband.
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Das sog. Geoid und die internationale Erdmessung. —

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Xu 4J4: a. Bessel definierte in seiner Schrift von 1838 (vgl. 427) diehei astronomisch-geodätischen Arbeiten in Betracht kommende Figur der Erdeals „diejenige Fläche, in -welcher sich die Oberfläche des Wassers eines mitdem Meere zusammenhängenden, die Erde bedeckenden Netzes von Kanälenbefinden würde“, — sagte wohl auch, dass sich sein Ellipsoid zur wirklichenGestalt der Erde „wie der ruhige Spiegel eines Sees zu dessen schwach be-wegter Oberfläche“ verhalte. — Den Namen Geoid soll zuerst Listing in seinerAbhandlung von 1873 (vgl. c) vorgeschlagen haben. — b. Ich beschränke michdarauf, anzuführen, dass sich namentlich auch Ph. Fischer und J. II. Pratt(vgl. ihre Schriften in c) grosse Verdienste um diese neuere Entwicklung derGeodäsie erwarben, und verweise im übrigen auf die unten (am Schlüsse von c)noch zu vervollständigende Fachlitteratur. — c. Schon im März 1833 sagteBessel (vgl. pag. 59 seiner „Vorlesungen“): „Während man früher glaubtedurch Vermehrung der Genauigkeit der Messung kleinerer Bögen alles Er-forderliche leisten zu können, hat man jetzt erkannt, dass man nur von weitausgedehnten Dnternehmungen erheblichen Nutzen ziehen kann, — von so weitausgedehnten, dass die Unregelmässigkeiten der Figur gegen die Grösse derEndfläche, welche von der Messung bedeckt wird, verschwinden. Dieses er-fordert weniger neue Gradmessungen als eine Verbindung der schon vorhandenenuntereinander. Es fehlt nur noch wenig und man wird Messungen besitzen,welche, ohne Unterbrechung, von den Balearischen Inseln bis nach Lappland ,und von dem nördlichen Teile von Schottland bis nach Dalmatien gehen“. Inweiterer Ausführung dieses Gedankens wurde sodann einige Decennien späterdurch Bessels langjährigen Mitarbeiter Baeyer verschiedenen Staaten 18G1 ein„Entwurf zu einer mittel-europäischen Gradmessung“ unterbreitet, und dieserwurde so beifällig aufgenommen, dass nicht nur alsbald die gewünschten Er-gänzungsarbeiten angeordnet wurden und für deren einheitliche DurchführungAbgeordnete der sämtlichen Länder zu einer internationalen Kommission zu-sammentraten, sondern sogar der ursprüngliche Plan noch bedeutend ausgedehntwerden konnte: Abgesehen davon, dass durch den Beitritt anderer Länder die„mitteleuropäische“ schon 18G7 in eine „europäische“ und 1886 sogar in eine„internationale Erdmessung“ überging, sind zu der anfänglich in Aussicht ge-nommenen Aufgabe, eine Kette von Punkten zu erhalten, welche sowohl astro-nomisch durch Länge und Breite gut bekannt, als geodätisch durch Polar-eoordinaten sicher aufeinander bezogen seien, noch Pendelmessungen (432) undNivellements (433) hinzugekommen, während überdies durch Gründung eines„Bureau international des poids et mesures“ die nötigen Garantien gebotenwurden, dass die in den verschiedenen Ländern angewandten Längeneinheitenmiteinander übereinstimmen. Es unterliegt gegenwärtig wohl keinem Zweifelmehr, dass die erst von Baeyer und seit seinem Tode von Ibannez mit ebensovielLiebe als Einsicht geleitete Arbeit binnen kurzem die wichtigsten Aufschlüssegeben und für den Erstgenannten das schönste Denkmal bilden wird. — ZumSchlüsse führe ich zur Ergänzung der geodätischen Litteratur noch folgendeSchriften auf: „Louis Puissant (La Ferme in Seine-et-Marne 17.09 — Paris 1843; Prof. geod. und Akad. Paris ; vgl. „Eloge“ durch Elie de Beanmont, 1870),Traitö de geodösie. Paris 1805 in 4. (3 ed. 1842 in 2 Voh), — Francoeur, Geo-desie. Paris 1835 in 8. (G ed. 1878), — Alexei Pawlowitch Bolotof (Russland 1803 — Frankreich 1853; Cursus der Geodäsie. Petersburg 1830—37, 2 Bde.in 8. (russisch; 2. A. 1845—49), — Gauss , Untersuchungen über Gegenständeder höhern Geodäsie. Göttingen 1844—47 in 4., — Philipp Fischer (Darmstadt