Band 
Dritter Halbband.
Seite
254
JPEG-Download
 

254

— Einfluss und Bestimmung von Parallaxe und Refraktion. —

449

Nachlass herausgegebene „Voyage en Californie. Paris 1772 in 4.“), von Ritten-house nach Norriton (Amer. Tr. I), von Planmann nach Cajaneborg (Vetensk.Acad. Han dl. 1769), von Hell im Begleite von Saynovizs und Borgreeving nachWardoehuus in Norwegen (vgl. für dessen von Manchen als gefälscht, vonAndern als berechtigt korrigiert betrachteten Beobachtungen, seine „Observatiotransitus Veneris. Havnise 1770 in 4.“, ferner „K. Littrow, Hell’s Reise nachWardoe. Wien 1835 in 8.“, etc.), — etc., wozu noch eine Reihe von Be-obachtungsstellen aus Westeuropa, und dann namentlich ein in Russland durchEuler und seine Schule organisiertes grosses Beobachtungsnetz liinznkam (vgl.die „Collectio omnium observationum, qu* occasione transitus Veneris perSolem A. 1769 per Imperium russicnm institutse fuerunt. Petropoli 1770 in 4.,-- und: Christ. Mayer, Expositio de transitu Veneris. Petropoli 1769 in 4.“),so dass im ganzen, obschon auch da viele Beobachtungen durch die Witte-rung vereitelt wurden, bei 77 Stationen mit brauchbaren Ergebnissen Vor-lagen. — /'. Das oben mitgeteilte Ergebnis von 1769 ist das Mittel aus densofort von Planmann, Lalande, Lexell, Hell, Maskelyne, Hornsby, Pingre undDusejour nach den verschiedensten Kombinationen und Methoden erhaltenen8 Werten

8",43 8",50 8",68 8",70 8",72 8",78 8",80 8“,84

(vgl. Ph. Tr., Mem. Par., Oomm. Petr., Vet. Acad. Handl. und Eph. Vind. ausden Jahren 1769—74), deren Übereinstimmung damals als sehr befriedigendbezeichnet werden durfte.

450 . Die Berechnung der Beobachtungen. — Anstattin analoger Weise, wie es oben (448) gelehrt, ja aucli unmittelbarnach Beobachtung der Venusdurchgänge von 1761 und 1769 fastausschliesslich praktiziert wurde, die Stationen in geeigneter Artpaarweise zusammenzustellen, aus jedem Paare nach den entwickel-ten Regeln die Sonnenparallaxe zu bestimmen, und schliesslich ausden erhaltenen Einzelwerten einfach (wie in 449) das Mittel zuziehen, wurde schon von Euler und seiner Schule beliebt, solcheEinzelrechnungen höchstens zur vorläufigen Orientierung auszuführen,dagegen für die definitive Bestimmung die zwischen den gegebenen,beobachteten und gesuchten Grössen bestehenden Beziehungen fürjede einzelne Beobachtung aufzuschreiben, und sodann erst aus derGesamtheit der so erhaltenen Bedingungsgleichungen die zur Be-stimmung der Unbekannten nötige Anzahl sog. Normalgleichungenzu erstellen ", Die neuere Zeit hat dann allerdings diese Methode,namentlich in Beziehung auf die früher etwas willkürliche Bildungder Normalgleichungen, nach den Principien der Ausgleichungs-rechnung (52) noch wesentlich verbessert, und es hat sich Enckedas Verdienst erworben, die Gesamtheit der 1761 und 1769 er-haltenen Daten in dieser Weise nochmals zu bearbeiten, wobei sichder mit dem oben (449) gegebenen nahe zusammenstimmende, aber