428
— Die Sonne. —
528
Zu 588: a. Schon 1798 II 4 schrieb Olbers (vgl. Geogr. Eph. I) unteranderm an Zach: „Die eigentliche Beobachtung der Sonnenflecken wird zusehr versäumt, und eben deswegen kennen wir die Rotationszeit der Sonneund die Lage des Sonnenequators noch nicht sehr zuverlässig; auch müssenes Beobachtungen mit Gewissheit ausmachen, ob die Flecken bloss der Rota-tion der Sonne folgen, oder noch eine eigene Bewegung, eine Veränderung aufder Sonne selbst haben, — eine wichtige Frage, deren Beantwortung zwischenden verschiedenen Hypothesen über die Natur der Flecken entscheiden muss“;aber die meisten Astronomen fanden es bequemer, der Ansicht von Delambre beizupflichten, der bei Besprechung des Rotationsproblemes (vgl. Astr. III 59)die uuqualifizierbare Bemerkung machte „II est plus curieux qn’ntile; il estdu nombre de ceux auxquels on ne doit songer qu’une fois dans la vie“, —ja ich weiss aus der ersten Hälfte unsers Jahrhunderts nur J. G. Böhm, ErnestLaugier (Paris 1812 — ebenda 1872; Obs. und Akad. Paris) und ChristianHeinrich Peters (Coldenbiittel bei Flensburg 1813 — New-York 1890; erstTrigonometer und Geniekapitän auf Sicilien, dann Dir. Obs. zu Clinton beiNew-York ) zu nennen, welche eine ehrenvolle Ausnahme machten. Da aberder Erstere, weil er seine die Jahre 1833—36 beschlagenden Bestimmungen,obschon er sie (vgl. 526: a) bis 1852 znrückbehielt, nicht übersichtlich ordnete,ihr Hauptergebnis übersah, — das von 1841 datierende Memoire des Zweiten,welches auf die Verschiedenheit der aus Flecken verschiedener Deklinationerhaltenen Rotationsdauer hinwies, nur durch eine kurze und offenbar nichtweiter beachtete Notiz (vgl. Compt. rend. 1841 XII) angeküudigt und gar nieabgedruckt wurde, — und die den „Contributions to the Atmospherology ofthe Sun (Proc. Amer. Assoc. 1855)“ des Dritten zu Grunde liegenden Be-obachtungen aus den Jahren 1845—46 stammten, also die bereits vollzogeneZonenverschiebung gar nicht konstatieren konnten, so blieb es Carrington Vor-behalten, die erwähnten wichtigen Entdeckungen zu machen und in seinemkapitalen Werke von 1863 (vgl. 527: a) zu publizieren. Die auf den Beobach-tungen des letztem beruhende Tafel:
Sonneu-
Rotationen
Nördliche Flecken
Südliche Flecken
Anzahl
in Breite
Müll.
Anzahl in Breite
Mittl.
0 10 11 20
21 30
31-40
ISrcilc
0 10
11 20
21 30
31 40
Rrcile
1854 ( 1 6\ 7 13
VJ
16
0
0
10°,5
16
8
0
0
8°,7
14
15
0
0
10,7
17
6
0
0
8,5
1855 ( U - 20\ 21 27
16
4
0
0
8,4
13
5
0
0
7,8
11
1
0
0
6,5
7
4
0
0
9,2
1856 f 28 34
10
5
0
0
8,7
2
1
2
1
20,3
V 35 —40
1
0
0
3
25,5
i
0
16
4
26,4
1857 ( 4I f
4
0
14
2
21,0
0
0
29
11
28,4
\48 53
8
13
47
5
22,0
0
26
40
2
22,0
1858 : 54 60
5
47
34
5
20,3
2
60
67
9
21,7
illustrierte in schönster Weise, wie die Flecken vor dem Minimum von 1856eine kleine, nach demselben plötzlich eine grosse, dann aber langsam wiederabnehmende Breite besassen, und die von Carrington für den täglichen