Band 
Vierter Halbband.
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577 — Einige andere Kometen, deren Wiederkehr vermutet wurde. — 513

und somit von der vermuteten Identität keine Rede sein kann, ist natürlichdie ganze Sache ans Abschied und Traktanden gefallen. — Wie schon 574angedeutet wurde, beschäftigte man sich lange und bis in die neueste Zeithinein mit dem Kometen von 1550, welcher wohl auch als Komet Kaiser Karl V. bezeichnet wird, da dieser bei seinem Anblicke „His ergo indiciis me mea fatavocant“ ausgerufen haben soll: Als nämlich Rieh. Dunthorne um die Mitte desvorigen Jahrhunderts, gestützt auf einige in dem Manuskript „Tractatus fratrisEgidii de Cometis“ gefundene Angaben den Kometen von 1264 berechnete,fand er (vgl. Ph. Tr. 1751) für denselben Elemente, welche mit den von Halley für denjenigen von 1556 gegebenen so nahe übereinstimmten, dass er ver-muten musste, es möchten diese beiden Erscheinungen Einem Kometen vonetwa 292“ Umlaufszeit zugehören, der somit um 1848 wieder erwartet werdendürfte. Zu ähnlichen Resultaten war später Pingre (Mem. Par. 1760) und nochin neuerer Zeit Hind (A. N. 493 von 1843) gekommen, ja man las sogar in denZeitungen vom Januar 1848, es habe letzterer den Erwarteten wirklich amHimmel aufgefunden, — es war aber nur eine Zeitungsente. Als sodann B.Bonune in Middelburg , vgl. seine „Proeve eener Berekening der Storingen inde Loopbaan der Kometen van 1264 eu 1556 (Nederl. Inst. 1849)“, einlässlicheStudien über den mutmasslichen Einfluss der Planeten auf die Wiederkehr an-stellte, fand er, dass der Durchgang durch das Perihel 1858 VIII 2 + 2“ statt-haben sollte, — ging aber dabei ebenfalls von der Identität der beiden Ko-meten aus, welche andere bezweifelten, ja Martin Hoek (Haag 1834 — Utrecht 1873; Dir. Obs. Utrecht ) in seiner Dissertation „De Kometen van de Jaren1556, 1264 en 975, en bare vermeende Identiteit. S’Gravenhage 1857 in 4.“sogar als höchst unsicher erwies. In der That ist denn auch der Komet inner-halb der angegebenen Grenze nicht erschienen, — man wollte denn den imSommer 1857 zur Beängstigung der Leichtgläubigen „erfundenen“ Kometen,dem zur Abwechslung wieder einmal der Weltuntergang folgen sollte, dafürnehmen. — Schon Halley war es aufgefallen, dass die für die Kometen von1532 und 1661 erhaltenen Elemente sehr nahe miteinander übereinstimmten,und nachdem auch Pingre dieselben in seiner „Cometographie (I 491 und II 10)“förmlich identifiziert hatte, wagte Sir H. Englefield sogar die Wiedererscheinungim Jahre 1789 anznkündigen, ja „Tables of the apparent places of the Cometof 1661 whose return is expected in 1789. London 1788 in 4.“ zu publizieren.Der Erwartete kam jedoch entweder gar nicht, weil jene schon von Mechain(vgl. Mem. pres. 1785) bezweifelte Identität wirklich nicht existierte, — oderging wenigstens wegen ungünstigen Verhältnissen unbemerkt vorüber; auchdie Richtigkeit der bei Anlass des Brorsen’schen Kometen 1846 III (vgl. 584)von Valz geäusserten Ansicht, dieser letztere könnte eine solche Wieder-erscheinung repräsentieren, ist wohl gegenwärtig noch in Frage zu stellen.

5'S 8. Die neue Kometenfurcht. — Die frühere Furcht vorden Kometen war durch Halleys Entdeckung so ziemlich beseitigtWorden, aber nur um der neuen Furcht Platz zu machen, es könnteeinmal einer der vielen und wenigstens teilweise je wieder zurück-kehrenden Kometen mit der Erde Zusammentreffen und über sie dieSchrecken des jüngsten Tages bringen. Es war somit ganz zeit-gemäss, sich über die Wahrscheinlichkeit und die Folgen einersolchen Kollision auszusprechen, und dies geschah dann auch wirk-

W oll, Handbuch der Astronomie. IT. 33