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Geschichte der Zeugdruckerei, der dazu gehörigen Maschinen und Hilfswerkzeuge und der Erfindungen im Gebiete des Kolorits für den Baumwollen-, Leinen-, Seiden-, und Schafwollendruck, bis auf die neueste Zeit : nebst einer ausführlichen Übersicht des gegenwärtigen Standes dieser Kunst, in technischer, commerzieller und statistischer Hinsicht / von Wilhelm Heinrich von Kurrer ; mit Beiträgen von K.J. Kreutzberg
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30
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einmal fehlte eS an Baumwollen-Geweben für den Druck, ander»seits war der Mangel an geschickten Arbeitern so groß, daß daSEtablissement seinem Untergänge nahe war, als Heymann starb.Die Erben verkauften das Anwesen sammt Einrichtung an einen ge-wissen Rummel, welcher sich mit Eifer der Sache unterzog, undzwei Brüder, Namens Thibaut, aus dem Kanton Neufchatel her-beizog, mit deren Hülfe es gelang, einige gelungene und für diedamalige Zeit gute Erzeugnisse herzustellen. Im Jahre 1783 über-ließ Rummel den Gebrüdern Thibaut die Druckerei, welcheauch eine Baumwvllenmaschinenspinnerei nach dem damals neu ex-fuüdenen Systeme von Arkwright anlegten, und für jene Zeit dieKattundruckerei in ihren Leistungen in Schlesien so weit förderten,als überhaupt dieses Gewerbe damals in seinem Fortschreiten be-griffet; war. Von dieser Zeit, im Anfange der 90er Jahre, datirtsich der Aufschwung der Baumwollenwaarenfabrikation in Schlesien.

Sadebeck fing an, zu Reichenbach Spinnereien zu errichten,wodurch das Bedürfniß der zu druckenden baumwollenen Gewebein der Nähe gedeckt, und dadurch mehrere Individuen zu dem Ent-schlüsse geführt wurden, Kattundruckereien zu etabliren.

Neben Kriegsholz, Orlin, Schwarz, Meusan undTschudy inBreslau selbst, entstanden Kattundruckereien in Fei lau,durch Bebau, und in Hirschberg, durch Hutter errichtet. Esfolgten bis zum Anfange des Jahres 1805 jährlich beinahe 1 oder2 Individuen, die neue Etablissements gründeten, und wenn eSauch dem einen oder dem andern unglücklich ging, so bestanden dochim Jahre 1805 vierzehn verschiedene Kattundruckereien, welche5S0 bis 600 Drucktische beschäftigten. In gleichem Stande hat sichdieses Gewerbe ohngefähr mit abwechselnden Conjunkturen bis zumheutigen Tag erhalten.

Mit Cylinderdruckmaschinen arbeiten zur Zeit nur zwei Fabri-ken, nämlich Pöhlmann aus einer ein- und einer zweifärbi-gen, und Milde und Compagnie seit 1618 auf zwei ein-säe bigen. Das Etablissement von Milde ist das größte und be-merkenswertheste in ganz Schlesien, sowohl in Beziehung auf Ein-richtung, als ausgezeichnete Intelligenz des gegenwärtigen Chefs.Es besitzt auch französische Perrotinen und Leitenberger'sche Model-druckmaschinen, und arbeitet für alleinige Rechnung; Pöhlmannhingegen druckt nur für Lohn.