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Geschichte der Zeugdruckerei, der dazu gehörigen Maschinen und Hilfswerkzeuge und der Erfindungen im Gebiete des Kolorits für den Baumwollen-, Leinen-, Seiden-, und Schafwollendruck, bis auf die neueste Zeit : nebst einer ausführlichen Übersicht des gegenwärtigen Standes dieser Kunst, in technischer, commerzieller und statistischer Hinsicht / von Wilhelm Heinrich von Kurrer ; mit Beiträgen von K.J. Kreutzberg
Entstehung
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Geschichte der Entstehung in Italien .

Unter allen europäischen Ländern zeichnete sich in frühernZeiten Italien in dem Ergreifen und Pflegen der Färbekunst zuerstaus, in welchem der schwache Überrest von Kenntnissen in der Fär-berei, von den Griechen und Römern früher ausgeübt, Einganggefunden hat. Anfänglich wurde die Färbekunst nur in den Klösternbetrieben, bis sie sich allgemeiner, vorzüglich im Venetianischen,verbreitete. Italien kann daher als die Wiege angesehen werden,von wo aus sich die Färbekunst über Frankreich, Spanien und Flan-dern verbreitete.

Zu den Zeiten der Kreuzzüge im Uten und I2ten Jahrhun-dert, wo die Armeen meist auf italienischen Schiffen nach dem ge-lobten Lande übergeführt wurden, brachten die Italiener theils selbstErfahrungen mit, theils zogen sie geschickte Färber aus dem Orientin ihr Land, worin sich die Denetianer am meisten hervorthaten.

Es finden sich von jener Zeit bereits schon Spuren von eini-gen neuen Farbmaterialien. Im Jahre 1194 wurden nach einemVertrage zwischen den Einwohnern von Bonona und Ferarradie Brasilienkörner (tstrnnn äs Lrasilo) und der Indigo versteuert»

Im Jahre 1300 entdeckte ein Kaufmann aus Florenz , Na-mens Ruccellai, die Orseille, und erwarb sich dadurch ein großesVermögen-

Die Manufakturen erhoben sich zu jener Zeit in Italien im-mer mehr, und im Jahre 1429 erschien in Venedig die erste Fär-berordnung, in welcher den Färbern die Betreibung ihrer Kunstvorgeschrieben wird. Ein gewisser Giovanni Ventura Rosetti,welchem selbst im Jahre 1510 die emendirte Färberordnung nichtvollständig genug zu seyn schien, reiste mit vielen Kosten in ganzItalien und andern Ländern herum, um sich in der Färbekunst zuunterrichten, und schrieb über dieselbe unter dem angenommenenNamen Plictho ein Werk, welches 154S zu Venedig erschien.

Es ist dieses die erste Schrift, die über Färbekunst ge-schrieben wurde *).

Die Italiener, besonders die Venetianer, besaßen gegen 200Jahre fast allein das Monopol der Färberei, und zogen davon

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