Buch 
Geschichte der Zeugdruckerei, der dazu gehörigen Maschinen und Hilfswerkzeuge und der Erfindungen im Gebiete des Kolorits für den Baumwollen-, Leinen-, Seiden-, und Schafwollendruck, bis auf die neueste Zeit : nebst einer ausführlichen Übersicht des gegenwärtigen Standes dieser Kunst, in technischer, commerzieller und statistischer Hinsicht / von Wilhelm Heinrich von Kurrer ; mit Beiträgen von K.J. Kreutzberg
Entstehung
Seite
136
JPEG-Download
 

136

werden, bestehen in dunkelblauen Sacktüchern, mit weißen oder auch dhellblauen Objekten, in Herren - Taschentüchern n In koularä mit sächtschwarz und krapproth, häufig auch in gelbem Fond, in ächtfär-bigen Kopftüchern, und im feinsten batistartigen Stoff, als Damen- (taschentücher in weißem Fond mit schmalen rothen, violetten, blauen ^und eisengelben Käntchen; alle andere Kleidungsstücke wurden durch *gedruckte baumwollene Stoffe verdrängt. a

Wir gehen jetzt zur nähern Beleuchtung der verschiedenen fürden Druck bestimmten Stoffe über, welche erst in spätern Zeiten r

aus der Leinwanddruckerei entsprossen find, und sich derselben schwe- P

stcrlich anreihen. r

Baumwollen-Sammt-Druck. *

e

Die gewöhnliche Art, Baumwollensammt (Velvet, Manchester ) d

für Westen und Hosenzeuge zu drucken, nahm in dem Gebiete der! LKattundruckerei schon längst einen Platz ein; allein die erste Ver-anlassung, Baumwollensammt zu drucken, und die Farben mittelst s

Wasserdämpfe darauf zu firiren, gaben die mit Wasserfarben bemal- aLeu Arbeitsbeutel (Rideculs) des schönen Geschlechts, welche An-fangs zu hohen Preisen verkauft wurden. Die Malerei derselben rbestand in Blumenbouqucts auf weißem Grunde, wobei man die ^Natur treu nachzuahmen suchte; auch war dieses Fabrikat durch seine ,Schönheit dem Auge sehr gefällig; doch konnte es sich wegen der ^Unbeständigkeit der Farben nicht lange im Beifall erhalten, da ein ä

einziger Regentropfen oder ein Schmutzfleck hinreichend war, die ö

Schönheit der Malerei zu zerstören, und Waschen der Waare gar -nicht stattfinden konnte. . c

So geschah es denn, daß die Sammtdruckerei und die sBefestigung der Farben durch kochende Wasserdämpfe ins Leben Ztrat, und sich ihrer ältern Schwester, der Seiden- und Schafwollen- idruckerei, anschloß. f

Lei Entstehung dieser Art Druckerei wurde der Zweifel erho- i

den, ob durch sie die Natur der Farbentöne eben so glücklich nach- !

geahmt werden könne, als durch jene Malerei? — indessen bewies t

sen gleich Anfangs glückliche Versuche, daß, wenn auch nicht ganz, l

doch größtenthcils bei geschmackvoller Wahl der Dessins, sorgfältiger i

Anordnung in der Farbenzusammenstellung, und zweckmäßiger Ab- t

stufung im Lvlorit dasselbe möglich sei. Es zeigte sich bald, daß r