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Reisen durch Polen.
Kaum war ich auf der Hälfte der in Arbeit seyen,den Brücke, als mich ein bekannter Ponconierofficiervom Kommando des Herrn von Woyten erkannte, mirentgegen kam und mich zu seinem Vorgesetzten einlud.Sie stunden eine Vierkelmeile westwärts von der Brückein dem Dorf Lqgiewmki, und ich nahm keinen An-stand den Vorschlag anzunehmen. Herr von Woytenführte mich gleich bey seinem Freund dem dortigen Päch-ter auf, es war eben seiner Gattin Namensfest, wirwurden also aufs beste bewirthet. Die Gesellschaftwar zwar nicht zahlreich, aber aufgeweckt, selbst der Pa-ter Präsident des Kapucinerklosters von Nowemiastogab treulich mit Anstand seinen Theil dazu. Nach derMahlzeit ward ich eine Geige gewahr und erfuhr, daßsie dem Wirth gehörte, ich ließ also nicht nach, er muß-te sich hören lassen, und wie angenehm ward ich über-rascht, als mir dieser gefällige und artige Mann, dessenschwerscheinende Finger nicht gar viel versprachen, dieschönste Harmonie, obgleich in schweren Stücken mitder größten Leichtigkeit hören ließ! Kurz ich befandmich hier so wohl, daß ich gar nicht den herannahendenAbend gewahr wurde und mit einigem Widerwillen die-sen Ort verließ.
Ich muß Ihnen aber, bevor ich Sie mit mirweiter nehme, noch etwas von dem hiesigen Ort sagen.Lqgiewnikiheißen zwo dicht aneinander, zu beyden Sei-ten der Pilica gelegene Orte, wovon der eine zur Woy-wodschaft Rawa, der andre zu der von Sandomir ge-hört, beyde aber, dem Erzstift Gnesno zustehn. Er-sterer war von jeher ein Dorf, letzterer hingegen ist
sonst