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Heerden. Dass icli auch viele Individuen unter den Heerdcn des C. capucinusbeobachtete, habe icli schon früher angegeben, aus welchem Zusammenlebenmir auch jene unzählbaren Abarten entstanden zu sein scheinen, die inan ge-rade unter diesen beiden Species so häufig findet. Yergl. Bd. II p.247. Heineandere Arten findet man so häufig gezähmt, als gerade diese beiden, und dochhabe ich jiie zwei oder drei gesehen, die in ihrer Färbung oder Länge derHaare ganz mit einander übereingestimmt hätten; dasselbe war mit unserer undder Indianer Jagdbeute der Fall, obschon sich diese oft auf 10— 10 Stück be-lief. Die Individuenzahl der Gesellschaften dieser und der folgenden Speciesbetrug oft viele Hunderte. Yergl. Bd. I p. 354. Sie sind äusserst lebhaft, ge-wandt und listig, und nur der Schlauheit des Indianers gelingt es, diese listigenThiere zu beschleichen. Das geräuschlose, vergiftete Pfeifchen trifft dann sichersein Ziel; der verwundete Alle greift nach der Wunde hin und will das Pfeilchcnherausziehen, was jedoch selten gelingt, da es durchschnitten ist und abbricht.Nach einigen Minuten fängt der Affe in Folge der Wirkung des Giftes an zuwanken und stürzt herab. Mit langen Hälsen und unter Ausstossen kurzer,eigenthümlicher Töne sehen die Gefährten ihrem herabfallenden Freunde nach,den der Indianer wohlweislich am I3odeu liegen lässt. Aus dem sichern Ver-steck fliegt nun der zweite und dritte Pfeil geräuschlos ab, und die Verwun-deten fallen einer nach dem andern herab, bis der Indianer so viel erlegt hatals er braucht. Ihr Fleisch bildet einen der gewöhnlichsten Nahrungsartikelder Indianer. Ganz Junge habe ich das ganze Jahr hindurch beobachtet, dem-nach können sie keine bestimmte Wurfzeit haben. Wie vielfach sich die In-dianerinnen mit dem Aufziehen der jungen Cebus beschäftigen, habe ich schonfrüher mitgetheilt. Ich will hier noch einige Beobachtungen von 4 zahmen In-dividuen, zwei C. apella und zwei C. capucinus mittheilen, die ich mit mirnach Europa nahm. Sie schliefen während der Leberfahrt alle vier in einerkleinen Hütte, die auf dem Verdeck stand; unmittelbar neben dieser befandsich eine gleiche, welche ein zahmes Aguti, ein abgesagter Feind der Aden,inne hatte. Bei Eintritt der Dunkelheit, wo die Allen schon eine Zeitlang inihrer Hütte gesessen und sie erwärmt haften, suchte das Letztere die warmeStelle auf, biss die Affen heraus und nahm das ausgewärmtc Haus für sich inBesitz. So wie das Aguti in die Hütte eindrang, erhoben jene ein jämmer-liches Geschrei, unter welchem der grösste augenblicklich das Freie zu ge-winnen suchte, worauf er dann unter wahrer Herzensangst, dass seine Hülfezu spät kommen möchte, die Kleineren, einen nach dem andern, an den Füssen oder dem Schwänze aus der Hütte herauszog. Der Cebus apella, der noch inmeinem Besitz ist, hat mich oft durch sein Thun und Treiben überrascht. Erliegt an einer Kette. Eines Tags brachte ich ihm Früchte, legte sie in seineNähe, doch nicht so nahe, dass er sie mit den Vorderarmen erreichen konnte.Nachdem er sich vergebens abgemüht, versuchte er es, dieselben mit seinemSchwänze heranzuziehen; als auch dieses misslang, lief er erst eine Zeitlangsuchend im Kreise herum, ergriff einen in der Nähe liegenden Stab und rolltevermittelst dessen die Früchte zu sich heran, ln der Gefangenschaft sind sieTheil. 97