fie Kunst sucht mit der ihr eigenen Wißbegierde die Natur nachzuah-men, und der Mensch bestrebt sich, die Einrichtung und Werke desAllmächtigen zu erreichen.
Die Kunst kömmt zwar der Natur öfters zu Hülfe, und vollendet ihrWerk; allein diese Vollendung kann nur die äußere Gestalt und die Anord-nung dieser Theile betreffen, die Bewcgungskräfce hat die Knnst nicht inihrer Gewalt, und sie kann eben deßwegen den Maschinen die Bewegungnicht selbst ertheilen, sondern holet solche von der Natur selbst her. Diemit Rädern und Trommeln ausgerüsteten Uhrwerke gehören unter dieschönsten Kunststücke; allein sie gleichen einem entseelten Körper, wenn sienicht von einem Gewichte, oder einer elastischen Triebfeder in Bewegunggesetzt werden. Die Kunst kann zwar den Körper der Maschine herstellen,allein die Natur ertheilt ihm die beseelende Vewegungskraft; obwohl dieseweder Sinn noch Verstand hat, so strebt sie doch beständig, nach jedesma-liger Einrichtung der Kunst, so verschiedene und wunderbare Bewegungenhervorzubringen, über die man erstaunen muß. Eine zusammen gerolltestählerne Feder, welche sich durch ihre elastische Kraft auszubreiten bestrebt,bewirkt nicht nur die Nachahmung der täglichen Umwälzung der Gestirne,sondern zeigt auch, nach dem Wink des Künstlers, ihre eigenen Bewegun-gen, und stellt dadurch ein sehr angenehmes Schauspiel dar. DergleichenMaschinen, welche das Weltgcbändc im .Kleinen vorstellen, und ihren Um-lauf nachahmen, harten schon die Alten ausgedacht.
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