und derselben Fundamenten.
Oder/ so du wilt den Gegentheil probiren/Fanstu mit dem Mund ein zimlich Theil desLuffts heraus saugen/ welcher denn keinen an-dern an seine statt zu setzen hat/ folget also nohtswendig/ daß etliche leere Oerter/ oder ein lediger Raum in der Kugel verbleiben/ also daßdas Vacuum, durch die kräfftige Anziehungoder Aufsaugung des Luffts/ wohl möge gehäufft und vermehret werden.
Aus diesem allen nun ist fund und offensbar/ daß behaubteter Meinung nach in demLufft etliche leere und particuls weiß hin undwider zerstreuete Oerter seyn/ vermittelst denender Lufft entweder condenfirt und zusammengetrungen oder aber rareficiret und auseinander gethonet werden mag.
Bugeschweigen/ daß auch/ wann man sol-che ledige Räumlein schlechtlich negiren undläugnen wolte/ weder durch Lufft/ Waffer/noch andere cörperliche Ding/ die Helle/ dasLiecht/ die Wärme/ Kälte/ o er andere dergleichen tringen konten.
Dann wie wolten doch der SonnenStrahlen durch das Wasser zu unterst auf des Geschirrs Boden scheinen/ wann dasselbige Wasser aller solcher Lufft Löchlein oder leeren/ ledigen Spacien beraubet wäre? Soltens das Wassser zertheilen und trennen? das kan nicht seyn/sonst würden ja die volle Gefäß alsobald überlauffen/ welches doch nicht geschicht.
Zudem sehen wir auch/ daß etlich der eingefallenen Strahlen/ so die ganze oder dichtefuperficiendes Wassers betreffen/ ihre reflexiongleich zu oberst; etliche aber so durch die porosund offenen spacien durchtringen/ solche erstunten auf dem Boden des Geschiris haben.
Es werden auch diese leere Ort im Wasserdaher probirt/ dieweil wir schen/ daß der Wein/demselbigen vermischet/ solches gleichsam durchund durchtringet/ welches ja anderwerts nichtgeschehen könte. Item/ es wird das Wasservon eingeblasenem Lufft/ ob wohl nicht starckund viel/ doch zimlich zusammen getruckt.
Und letzlich sehen wir auch in Einwerf-fung einer Aschen/ in das Wasser/ wie erfigedacht Wasser die Afchen/ ohne Uberlauffen/alsobalden verschluckt und annimmt. Daherja in allweg zuschlieffen/ daß es etliche Vacua
IIoder leere Dertlein müsse in oder zwischen sichgehabt haben.
Das VI. Capitel.
Hierinn wird des Heronis Meinung/vom Vacuo, verworffen/ neben gefeßzter Sen-tentz, daß weder Wasser noch Wein könnencomprimirt oder zusammen ge-trungen werden.
Je im nechstvorhergehenden CapitelerwehnteSatzungen Heronis betreffend/ seynd selbige nichts anders/ alsohnnüße/ heillose und kindische Ar-gumenta, deren Falschheit durch tägliche Ersfahrung genugsam probiret und bewähret.Wollens derowegen nur kürzlich nacheinan-der examiniren.
Daß er sagt/ der Wein werde dem Wasserleichtlich vermischt/ und durchtringe dasselbisge/ weiln beyde solche liquoren etliche Vacuaoder leere Pläßlein in sich haben/ ist keine waherephilosophische Ursach. Sondern diese Versmischung gefchihet eigentlich darum/ weilen fiebeyde gleicher und flüssiger Natur/ derowegeneinander gar leichtlich annehmen mögen.
Welches auch dannenhero augenscheinlichzu sehen/ weilen nach solcher Vermischung diequantität oder viele dieser liquoren nicht gerin-gert wird/ das doch nohtwendig erfolgen müste/da einer in den andern eingienge.
Dann so du eine gleiche portion Waffersin Wein giessest/ wird des gantzen liquors nocheins so viel werden/ als zuerst.
Nicht weniger ungereimt ftatuirt Heron,daß das Liecht oder Schein im Wasser durchdie Vacua, oder leere offene Ort seinen Einganghabe: weiln solches nicht eben hierum/ sondernvielmehr wegen des subtilen/ durchtringenden/spiritualischen und uncorperlichen Natur geschicht.
Daß aber etliche radii oder Sonnensftrahlen biß gar zu unterst an den Bodenscheinen/ etliche gleich zu oberst reflectirt undgebrochen werden/ ist ebenmässig das Va-cuum dessen nicht Ursach/ wie zwar Heronfeiner heillosen Meinung nach urigiret undBij
behau