Band 
[Band 1.]
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5 6 Die Geschichte

( bee Satans zu <6sct. Diese sichtbare Veränderungeiner Person, auf welche ich eine so genaue Eeziehiuighatte, und welche vielen in die Augen fiel, hatte auchauf mein kindisches Gemüth viel Eindruck. Sie un-terließ nicht, mich zu rechter Zeit und zur Unzeit zuerwecken und zu ermähnen, und für mich zu bethen.Ihr Wort und Vorbild verursachten viele Regungenbey mir, und erweckten mich zuweilen, allein zu gehen,und mein Herz, nach meiner Weise (ich war damalsetwan sieben biß acht Jahr alt) vor dem Herrn auß-zuschütten. Wie viel entweder ihre Ermahnungenoder mein Naturell mögen beygetragen haben, dieLügen, Betrug und Heuchele»), als große Sünden zumeiden, karin ich nicht bestimmen; wohl aber, daßich von Jugend auf, meinem Naturell zu Folge, dieseWerke des Teufels gehastet, und daß ich, durch Got-tes Gnade, bis auf diesen Tag, noch in denselbenGedanken geblieben bin.

Mit zunehmetiden Jahren habe ich mehr und mehrbegriffen, wie viel die gottselige Erziehung der Aeltern,zu dem Glück ihrer Kinder beytragen könne. DieVorfalle, welche dieses befestigen sind bekannt; undich schätze diejenigen Kinder sehr glücklich, »velche Gottvon verständigen lind gottseligen Aeltern hat lastengeboren werden. Von meinem sechsten bis zwölftenJahre bin ich so in als außer meiner Vaterstadt zurSchule gegangen, und habe einige Sprachen undWissenschaften gelernet, so zu einer guten und ordent-lichen bürgerlichen Erziehung nöthig sind. Vornehm-lich wurde ich in den Gründen unseres Gottesdienstesunterwiesen, und ich mußte mich, auf Befehl meinerAeltern, viel mit Lesung der Bibel beschäfftigen, wo-