des Hrn. Joh. Michael von Loen. 52 z
für einer Freymüthigkeit er sich in diesem Musensitzeaufgehalten, mit waö für einer Aufrichtigkeit er seineStärke und Schwäche kennen gelernet, und wie ersich schon damals gewöhnet habe, aus eigener Erfah-rung vom menschlichen Herzen zu philosophiren, wieer den Charakter seiner großen Lehrer- beurtheilet undsich zu Nutze gemacht, erzählet er selbst in seinen klei-nen Schriften *). Dabey lernete er die Musik, dasZeichnen, die Leibesübungen und ritt viel aus. DerUmgang mit den artigsten Personen, zumal mit demgründlichen Rechtsgelehrten, D. Franken, trugenviel dazu bey, daß sein Geist so ordentlich gebildetward.
Im Jahr 1715 zog er nach Hause. Seine mitge.brachte Gelehrsamkeit sahe er mehr für glänzend, alsgründlich an, weil er sich entweder das Hof- oderKriegsleben auöersehen hatte. Doch es mangelte ihmauch an Gründlichkeit nicht. Inzwischen drang er,theils wegen des vermeynten Mangels, theils weilihn seine Vaterstadt nicht recht kannte, so lange indie Seinigen, bi« sie sich entschlossen, ihn reisen zulassen, nachdem er sich vorher im Herbst desselben Jah-res zu Wetzlar den KammergerichtSproceß bekanntgemacht hatte, welcher ihm aber die Rechtögelahrk-heit noch mehr zuwider machte **).
Zu Ostern 1716 trat er seine Reise an, und hieltsich eine Zeitlang zu Regenspurg auf. Die ReichS-versammlung daselbst zog seine Augen um so mehr 'auf sich, und leitete ihn zu den schönsten Ueberlegun-gen, je mehr sein Verstand praktisch zu werden, und
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*) I Abfchn. S. 8. U Abfthn. S.--8. **) M Abfchn.
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