des Hrn. Joh. Michael von boen. 535
Verbitterungen der Parteyen gegen einander; aufder andern Seite die Verwirrung des Verstandesbey denjenigen, welche sich von aller kirchlichen Ge-meinschaft abgesondert hatten, brachten ihn dahin,daß er allenthalben einige Wahrheiten, aber auchvielerley Unordnungen und verkehrten Religionseiferbemerkete. Dieß veranlasste ihn, seine Vereinigungs-vorschläge schriftlich zu entwerfen, und da sie gucenFreunden des Drucks würdig schienen, ließ er sie 1724unter dem angenommene» Namen und Titel: Evan-gelischer Friedenstempel nach Art der ersten Kircheentworfen von Gottlob von Friedenöheim, gemeinwerden. Diesem folgten die abgedachten rußdorsischenGutachten und einige Sittenschriften, welche sein edlesund für die Tugend eifriges Herz entdeckeken, ob siegleich jehund dem Hrn. von Loen unzeitige Gebur-ten zu seyn scheinen. Seine Fri'edensvorschläge seßeteer 1727 fort und besorgte 17Z0 den fünften Theil derludolphijchen Schaubühne; weil er sich aber dabeyhin und wieder fremder Hülfe bedienen mußte; so gefielihm das Werk »kcht so, als wie er es wohl gewün-scht hätte. Dieß erinnerte er in der Vorrede, unddas misste! dem Verleger, der daher eine andere Vor-rede verlangte. Da er sich aber dazu nicht entschlieö«fen wollte, mußte der sel. D. pritius eine Vorrededazu machen.
Im Jahr 1735 und 1734 arbeitete er an einemVerzeichnisse feines auserlesenen und beträchtlichenBücherschahes. Sowohl die besondere Einrichtung,,als auch die hin und wieder eingestreueten Urtheilevon raren Büchern machten dasselbe merkwürdig undsonderten es von der gemeinen Art solcher Schriften