548 Die Geschichte
Ruhe leben, sich durch ihren Fleiß nähren, dem Feld-bau, den Künsten, der Landarbeit und der Handlungobliegen, und daben durch vernünftige Gesetze regieretwerden. Es ist also die Bevölkerung der eigentlicheGrund von der Macht eines StaatS, und diesen Zweckzu erhalten, sind hauptsächlich folgende Mittel zuträg-lich. Das erste ist die Freyheit, wobey es nach desHrn. Verfassers Meynung darauf ankömmt, daß einjeder seine Handthierung und Nahrung, so fern siedem Lande nichts an und für sich schädlich ist, freytreiben dürfe, ohne daß er sich für gewaltsamer Wer-bung und übermäßiger Einquartirung, oder Auflagen,so nicht zur äußersten Nokhdurft des StaatS erfordertwerden, zu fürchten habe; woben jedermann die Ge-wissensfrenheit zu verstatten, jedoch solcher Gestalt,daß der Staat dadurch nicht in Schaden und Gefahrgerathe. 2) Zur Bequemlichkeit des ehelichen Le-bens soll ein Gericht bestellet werden, daß Personen,die sich nicht zusammen schicken, die Ehe verbiethe.Leute, die zum Kinderzeugen nicht taugen, und altenWeibesleuten soll die Ehe nicht verstattet, die unnü-tzen Ausgaben bey dem Heirathen, imgleichen dieKlöster für unverheirathete Personen, abgeschafftwerden, der Unzucht Einhalt geschehen und armen Ael-kern, so viele Kinder haben, unter die Arme gegrif-fen werden, z) Die Gelegenheit sich wohl zu nähren,steht den Einwohnern des Landes dadurch zu verschaf-fen, daß man den Landbau befördert, die rohen Waa-ren nicht ausführet, sondern im Lande verarbeitet, mit-hin den Manufacturen und folglich der Handlung, da-neben auch den Künsten aufhilft; hingegen die Ein-führung der unnöthigen fremden Waaren klüglich ein.
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