748 Geschichte
ungewiß. Doch möchte er unter die Confessores zuzählen seyn, weil ihn Paulus seinen Atreitgenoffennennet. Daß er in seinem Amte nachläßig gewesensey, wollen die meisten aus dem Texte schließen, wel-cher doch vielmehr als eine liebreiche Ermahnung zufieißiger Verwaltung des ihm ohnlängst aufgetragenenAmtes angesehen werden muß; welches aus verschie-denen Gründen erwiesen, und alle Worte des Textesselbst vom 2 i bis z8 §. betrachtet und erkläret werden.Warum Paulus diese Ermahnung dem Archippo nichtselbst überschrieben, sondern ihm durch die Colosseesagen lassen, davon wird mit Theophylacro die Ur-sache angegeben, daß es Paulus mit Fleiß gethan,damit, wenn ArchippuS die Colosser strafe, sie es ihmnicht übel nehmen, sondern bedenken möchten, daß erselbst von Paulo da;u durch sie angewiesen worden.Einige suchen einen Hebraismus in den Worten de«Textes, und wollen ihn so übersehen: Siehe zu, daßdu das Amt - - ausrichtest; und ob zwar dem Ver-stände nichts abgeht, so bleibt man doch lieber bey.derOrdnung dieser Worte, die eine allgemeinere und be-sondere Ermahnung in sich halten. Bey der allge»mei'nern: Siehe auf das Ämt, das du empfangenhast in dem Herrn, wird erstlich das Wort Amt,äiaytcna, betrachtet, und dargethan, daß es überhauptein Kirchenamt bedeute; auch untersucht, was dennArchippuS eigentlich für ein Kirchenamt gehabt habe.Daß er kein Diaconus im ersten Verstände gewesen,ist offenbar; ob er aber presb^rer oder episcoposgewesen, wird gestritten; wiewohl vergebens, weilbeyde Benennungen damals nicht von einander unter-schieden waren. Hierauf werden die Worte empfan-gen,