desHrn.Jodocus Herm.Nunmngs. 765
gründen der Gelehrsamkeit, oder in den schönen Wis-fchafken, unterrichten lassen. Sein Anführer warJohann Dreyer, ein Priester von der Gesellschaft,die sich nach Jesu nennet. Die Weltweiöheit lerneteer hernach zu Münster, von wannen er nach Stein-fort in Westphalen gieng, um die Rechtsgelehrtheitbey den Herren lVcstenberg und pagenstechcr zuhören. Diese Wissenschaften sehte er hernach aufeiner protestantischen Universität, nämlich zu Helin-städt fort, woselbst er die Lehrstunden der HerrenEnFelbrechr, Werlhof und Heinrich Nleibomsbesuche». Zu Helmstädt hielte er sich über zwey Jahreauf, und wandte sich von bannen nach Prag, damiter unter dem Professor Turba die Rechtsgelehrtheitwiederholen könnte.
Die schönen Wissenschaften lagen dem Hrn. Pro»tonotarius am meisten am Herzen. Diese nöthigtenihn, eine gelehrte Reise zu thun. Er eilet« in dasje-nige Land, wo er zu den Alterthümern und zur Kennt-niß alter Münzen die beste Gelegenheit finden konnte;ich meyne nach Italien. Er besuchte zuerst Venedig,Loretto und Rom, und bedienete sich des Unterrichtsdes Hrn. Franciscus Licoroni. Darauf gieng ernach Florenz, weil er Empfehlungsschreiben von denHerren N)erlhofund Heinrich N7eibom aus Helm-städt an den berühmten Bibliochecarius ffiagliabec-chi hatte. Er besähe ferner Genua, Turin und Paris,wo er einen ganzen Sommer zubrachte. Von Parisreifet« er nach Orleans, und nachdem er daselbst derRechten Doctor geworden, kehrece er durch Bretagnenach Paris zurück. Er brachte seine Zeit allhier mitBesichtigung der um diese Stadt liegenden königlichen
Schlösser