774 Geschichte
Tractat ein großes Licht, weil der Hr. Verfasser einesjeden merkwürdigen Ortes im Stifte Münster Ur-sprung, Benennung, Gründung, Wachsthum, Rechte,Gefeße, Staturen, Sitten, Gebräuche, Privilegien,u. d. gl. von den ältesten Zeiten her beschreibt. Manglaubet heutiges Tages einem Historienschreiber, ausgegründeten Ursachen, gar nicht, wenn er keine Diplo-men benbringet. Dieser Foderung hat Hr. Nunningein Genüge geleistet, welcher mit großer Mühe dieBeweisrhümer aus allen Winkeln, die Archive nichtausgenommen, hervor gesucht hat. Zum wenigstenwerden noch vier Decurien nachfolgen, weil vom Hrn.Verfasser nur erst die Buchstaben A, B geendigetworden. Er sparet weder Kosten noch Fleiß. Daer schon so manches Jahr gesammlet hat, so ist keinZweifel, daß die übrigen Theile nicht auch im Druckerscheinen sollten, so wie andere Schriften, die Hr.iTUmmng, wo nicht völlig, doch größtentheils fertighat. Seine Lebensjahre sind zwar schon ziemlich an-gewachsen, und daher dürfen wir wohl die Ausgabeseiner Schriften nicht von ihm selbst erwarten. Ermeldet aber in der Vorrede zu den .Vlonumencir Mo-nasteriensibus , daß er Willens sey, eine Fundationzu machen, damit von gelehrten Männern seine Werkenach seinem Tode in gute Ordnung gebracht, und sauberherausgegeben werden könnten. Seine Arbeiten be-treffen hauptsächlich das Münsterland und den KaiserCarl, den Großen. Wer sich vornimmt, eine Histo-rie in ihrem ganzen Umfange durchzuarbeiten, der fin-det leicht Gelegenheit verschiedene Abschnitte zu machen.So ist es dem Hrn. £7unning ergangen. Er hatalles gesammlet, was zur Vkünsterifchen Historie ge-höret.