Band 
[Band 3.]
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Geschichte

Strömen übergeben, sich in den Mittelpunkt eineskleinen Thales, aus welchem hundert Bäche hervorflössen, stellen, und dabey allezeit Zirkel und Compaßin der Hand führen, und Hunderte von Bänden al.ter Acten nach sich schleppen, wozu man sich jedenAugenblick genöthiget sahe, seine Zuflucht zu nehmen.Doch Herr Marinoni brachte es dahin, daß er alleszu jedermanns Zufriedenheit beylegte. Wenn manauch sonst nichts, als die Ausführung dieses Wer-keS allein zu seinem Lobe sagen könnte, so wäre sol-ches zureichend, seinen Nachruhm unsterblich zumachen.

Allein er sollte einen nicht geringeren Ruhm er-werben durch eine genaue Betrachtung der Himmels-gegenden, als durch die Abmessung der Gegendender Erde; und es ist uns noch, um so zu reden, einAmtSzisnmer (deparremenr) seiner Beschäffcigun-gen übrig, welches denenjenigen, wovon wir bishergeredet, nicht im geringsten nachgiebt. Zu Anfangdieses Jahrhunderts hatte Herr Mavinoni für dendamahligen Commendanken der Stadt Wien, einenPlatz und ein Haus gekauft, wo er sich vornahm, einObservatorium aufzurichten. Allein das geschäfftigeLeben, welches er sich genöthiget sah, ohne Unterbre-chung zu führen, hielt die Ausführung dieses Vorneh-mens bey dreyßig Jahre zurück. Er gieng gleich,wohl 1730. mit Eifer wieder an das Werk, und ließseit der Zeit dasjenige, was er seine Specula dome-stica nannte, nicht auS den Augen. Es gehöret« einMann von seiner Gemükhebeschaffenheit dazu, wel-cher nicht überdrüssig werden konnte, und gewohnt