Band 
[Band 3.]
Seite
130
JPEG-Download
 

1 3o Geschichte

meine« theuren Vaters, und hernach meines gros.fen Lehrmeisters, beywohnete, klagte dieser großeMann (*) bey nahe täglich über den Verfall derWissenschaften, welcher aus der verkehrten Hand.lungSweise dererjenigen entsprösse, welche zur Gelehr-samkeit angeführet würden, aber da anfiengen, wofte endigen sollten. Denn an statt die alten grlechi-schen und römischen Schriftsteller zu lesen und mehralö einmal zu lesen, und sich derselben Sprache, Re-densarten, Erzählungen und Erdichtungen, so wiesie von ihnen selber beschrieben werden, eigen zu ma-chen, wäre es zur Gewohnheit geworden, sich alleinbeschäfftigt zu halten mit Lesung und Versammlungalles desjenigen, so man über die alten vorfindet,nicht allein in späteren Abhandlungen, sondern auchin Anmerkungen, critischen Observationen und der.gleichen; man fienge an mit meisterlichen Kunstrich.tereyen über Schriftsteller, welche man niemals ganzund in ihrem Zusammenhange gelesen habe, und inderen ihnen eigenen Sprache und Redensarten mannoch ganz unerfahren sey; es könne daher nicht feh-len, oder man müsse in große Versehen verfallen,weil man von dem irrigen Urtheile späterer Schrift,steller, welche ihre Studien auf eben dieselbige Weiseverdorben haben, und nicht von den alten Schrift.

stellern

(») Schon 1679. sagt er in der Orat, de ratione ßudio-tutn ßtorutup.ff. Artes, quibus ab elegantia, ingenui»täte, liberalitate ac humanitate notnen prisci Latitiidederunt, quaeque in cognoscenda temporum serie, re.rumqtie in iis varietate coniistunt, paulo ante in coe-lum positae, nunc tanquam exusti flores siti veteri«vbe.lsli« exarescere et e (foetae iacere incipiunt.