446 Zusätze zur Geschichte
de so wenig, als Geieß und Evangelium für mit ein-ander streitig an, weis jedoch sehr wohl, daß beydenicht zu vermengen, sondern wohl zu unterschei-den seyn.
Der Herr v. L. siehet die Sacramente alsbloße willkührliche Ceremonien an, die nach derchristlichen Frevheit, können unterlassen, und, nachGelegenheit der Umstände, geändert werden.
Der Herr v. <£>. hinwiederum hält die Sacra-mente für höchst feyerliche, und von Gott verordneteHandlungen, welche einen Jnnbegriff des ganzenEvangelii bey sich haben. Die Taufe, sagt er, istnothwendig als eine allgemeine Bekänntniß undVereinigung mit der christlichen Kirche, und dasheilige Abendmahl als die allergenaueste Vereini-gung mit Christo und seinen Gliedern. Endlich,welches mir erlaubt sev, dem vorigen hinzuzufügen.
6. Der Herr v. £. betrachtet in seinen Schrif-ten die Religion, bald in dem Menschen überhaupt,bald in dem Christen inß besondere, und, wenn mandieses bemerket, dürfte vieles so übel nicht genom-men werden, als wohl geschehen ist. Der Herr v.H. im Gegentheil hak von nichts, als von Dingen,so bloß den Christen betreffen, geschrieben.
Fragt man mich nun, worinn sie beyde einstim-mig seyn? und was denn den Herrn von Hovenbewogen habe, sich des Herrn von Loen so eifriganzunehmen? so antworte ich auf die erste Frage:i. Beyde halten die Liebe für den einzigen Grund,und das wahre Kennzeichen der Religion und derKirche. 2 . Beyde verabscheuen allen ärgerlichen