Band 
[Band 3.]
Seite
682
JPEG-Download
 

682

V.

Geschichte

ihm anzugehören erkennen konnte; ich war endlichzu rechter Zeit gebohren, damit er noch vor dem Ver.luste seines Gesichtes im Stande wäre, selbst miteiner recht väterlichen Sorgfalt mir den ersten Un-terricht der Kindheit zu ertheilen. - - Das warwohl das wenigste, daß ich den ganzen Werth der-jenigen Bedienung empfand, weiche mir zu Theilegeworden war, nämlich den Verlust seiner Augenzu ersetzen, indem ich ihm zugleich als Secretair undVorleser diente.,, Ein wenig höher härteste sich infolgende Ausdrücke ausgelassen. „ Da er sein Ge-sicht zu verlieren anfieng, und vornehmlich, nachdemer es gänzlich verloren hatte, hatte ich das Glückdie einzige seiner Kinder zu seyn , welche als die äl-teste an Jahren im Stande war, nach der eigentli-chen Bedeutung des Wortes, der Stab feines Alterszu senn. Ich war kaum 7 bis 8 Jahr alt, als mei-ne Mutter glaubte, daß sie ihn meiner Sorge über-lassen konnte; ich'leitete ihn nach alle Häuser, woer hinzugehen hatte. Was für Schrecken beunru-higten mich nicht ohne Aufhören? Alles, was unsumgab, machte mich von Entsetzen schaudrend.Die geringste Hinderniß, das Geräusch eines Wa.gens, so viel ich es nur vernehmen konnte , wer ge-nug um mich zittern zu machen. Mein Vater lachtefreundlich über meine Furcht und Verlegenheit, undgieng allezeit mit derselbigen Gelassenheit fort. EinfrölicheS Wesen, und eine liebenswürdige Heittrkettwaren auf seinem Gesichte, welches die Blindheitauf keine Weise verunstaltete, gezeichnet.,,

Dieser