702 Geschichte
gerielh in Umstände, weiche ihn verhinderten feineöffentlichen Vorlesungen fortzusetzen; ee ward ihmallerley Verdruß angethan, und da ihm unübersteig-liche Hindernisse h den Weg gelegt wurden, sich inseinem Vaterlande mit seiner Geliebten zu vereini-gen, so faßten sie, nach etwan achtzehn Monathenihrer Verlobung , den Entschluß, dasselbe zu verlas-sen. Sie bewerkstelligten solches auch wirkliche DieJungfer d'Osirngts verkleidete sich als einen Bs-dienten ihres Geliebten, und so nahmen sie den WegNach Genf. Die wenigen Baarschaften, so sie hattenmitnehmen können, nöthigten sie die Reise zu Fußezu thun, und ihre kleine Habseligkeiten selbst aufden Schultern zu tragen.
Man begreift leicht , wie beschwerlich es einemzarten Frauenzimmer gefallen sey, mit einem Stäbein der Hand des Tages vier bis fünf Meilen zu ge-hen, über Berge und Felsen zu klettern, unbekannteLänder, unter beständiger Gefahr sich zu verirren,durchzuwandern, und in der rauhesten Jahreszeitdem Winds und Wetter auSgeseht zu seyn. DochDankbarkeit und Liebe überwanden dieß alles. Dergetreue Gefährte suchte ihr, seiner Seils, alle Müh-seligkeiten auf das möglichste zu erleichtern. Baldschleppte, bald trug er sie, wenn ihre schwachenBeine nicht mehr fort konnten, und ihre zarten Füße,welche nichts als Blut und Wunden waren, die un-aussprechlichsten Schmerzen ausstanden; bald lamm«lete er Steine, Zacken und Erde, um einen gefahr-lichen Schritt auszustopfen , oder sie auf das glatteEiß zu legen« Auf diese Weis« durchgiengen sie