io5o Geschichte
Es waren noch keine neun Monate, seit dem erdieser Schule vorgestanden, verflossen, als er vondem Magistrate zu Zieriksee Briefe erhielt, wodurchsie ihn, unter sehr annehmlichen Anerbietungcn, inihre Stadt einluden. Doch die Liebe der Bürgerund die Gewogenheit der Obrigkeit zu Culenburg,die von derselben neu angewandte Kosten, seine zwoleEhe, in welche er vor zwey Monaten mit derJungfer Eva perronclla Hamm, deren Aelternim Leben waren, und auch noch sind, getreten war,die neue Einrichtung seines Hauses, welches wegenzunehmender Anzahl der Schüler aufs neue ver-grössert werden sollte, endlich die Entlegenheit undUngemächlichkeit der Reise an den Ort, wohin erberufen ward, waren so viele Ursachen, welche ihnzurückhielten, ein sonst aller Ehren Werthes Amtanzunehmen.
Seine gemeldete zwote Ehegattinn hat ihm achtKinder gebohren, von denen noch drey am Lebensind, nämlich Theodor, Johann Heinrich, undTheophilus. Hierauf sind ganze sechs Jahrehingegangen, in welchen ihm keine anderweitige Be-rufövorschläge gethan, und in welchen, wider Er-warten, eine zahlreiche Menge junger Leute, insbe-sondere von fremden Orten, auf seine Schule ge-bracht, und seiner Hauözucht anvertrauet worden»Eben dieses machte aber auch seine Amtsführungdesto schwerer, und er sahe sich genöthkget, um dem-selben rechtschaffene Gnüge zu leisten, sich selbst bisin die späte Nacht mit seinen Lehrlingen zubeschäff-tigen. Die wenige Stunden, so er für sich übrig
behielt,