8o
Geschichte
aufgeweckt, und zum Zweifeln und Untersuchen er«muntert wird. Hierauf erklärt er sich wider der mei.sten Alten Art zu philosophiren, wider des SokrateSFragen, des Plato unerwiesene Säße, der neuenAkademiker eitele Ausforderungen und verwegeneBeredsamkeit über alles zu reden und zu streiten,und des Des Carres Unwissenheit zu erklären und zuerweisen. Er rühmt die Vorzüge der geometrischenjehrart, die alle die Vortheile der Gewißheit undUeberzeugung besitzt,von welchen die Schulweisen soeifrig gezankt, und von dem Zeichen der Wahrheit,wie Phormio vom Kriege, geschwatzt haben. Ciceroerhält hier eine Anmerkung, weil er die mathema-tische Lehrart von der philosophischen gelrennet wis-sen wollen, Leibnitz aber wird weqen seiner wich-tigen Entdeckung gepriesen. HerrAönig vermuthetfast, er habe seine fruchtbare Erklärung der bishieher vermischten deutlichen und undeutlichen, hellenund dunkeln Begriffe, von der Optik entlehnet.Er bedauert und wundert sich, wie es habe könnengeschehen, daß dieser starke Geist seine eigene großeErfindungen so gering geschäht, und sowohl die Auf-heiterung unserer Begriffe, als die Differenzialrech.nung bloß auf einigen Seiten in den actis eruditorumentworfen, deren umständliche Abhandlung ihn noth-wendig unmittelbar zum lebhaftesten Nachruhmhätte führen müssen. Er preiset deswegen denHerrn von lVolf, der die leibnitzifthen zerstreutenSähe in einen Zusammenhang und in ein Lehrge-bäude gebracht, und sie allenfalls selber würde er-funden haben, wenn Leibnitz ihm nicht vorgegan.
gen